20. Dezember 2016
Der Grenzübergang verlief fast ohne Probleme. Die Officer an der Grenze waren sich etwas unschlüssig ob mein Visum noch gültig sein. Es war schwierig, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Ich muss bis zum 21.12.16 in den Iran einreisen, ab dann habe ich 30 Tage Aufenthalt. Sie meinten aber mein Visum geht nur bis zum 21.12.16. Nachdem ich bei 5 verschiedenen Officer war bekam ich einen Stempel in den Pass und durfte einreisen. Die Kontrolle war lachhaft, Türe auf – Türe – “OK finish”. Ein Iraner hat mir durch den ganzen Prozess geholfen, ohne ihn wusste ich nicht zu wem ich als nächstes gehen musste. Natürlich fragt er am Ende nach Geld, ich war froh das alles gut geklappt hat und gab ihm 5 USD, damit waren wird beide zufrieden. Er bedankte sich bestimmt 5 mal und wünschte uns viel Spass im Iran. Wir bekamen einen Zettel den wir 2km nach der Grenze unterschreiben lassen mussten. Das hat auch alles gut geklappt. KRASS jetzt steh ich im IRAN. Wer hätte das gedacht. Ich freue mich auf die nächsten 23 Tage und bin gespannt was mit hier erwartet. Meine Türkische Simkarte funktionierte bis kurz nach der Grenze. Es war schon dunkel als wir in einem kleinen Dorf ankamen, wir hatten Hunger und waren auf der Suche nach etwas zu essen. Als wir am Straßenrand standen, erkundigten sich 2 Iraner bei Lennard was wir hier machen, “wir suchen was zum essen“. Sie fuhren mit Lennard ins nächste Dorf und kauften uns was zu essen. Währenddessen Lennard unterwegs war, wurde ich von der Polizei kontrolliert. Die Polizisten waren sehr nett und fragten nur meinen Pass und wünschten mir viel Spass im Iran. Als wir die Autos für die Nacht hinrichteten, kam ein älterer Mann zu uns uns sprach uns auf Farsi an. Wir verstanden kein Wort. Anhand seiner Körpersprache, erkannten wir das er uns zu sich einladen will, weil es so kalt hier draussen ist. Wir nahmen die Einladung an und folgten ihm ins Haus. Dort waren sein Sohn Reza und seine Frau, ich würde sie so auf 60 schätzen. Da saßen wir also nun, und konnten unser Glück kaum fassen. Wir hatten bekamen Tee und Süsses. Nach und nach kam die ganze Verwandtschaft. Ein paar von ihnen konnten gebrochen English, ein paar Wörter nur. Wir unterhielten uns meist mit Google translator. Mittlerweile war die ganze Verwandtschaft da, bestimmt 10 Leute. Spät abends gingen wir in Reza sein Haus. Ganz traditionell schliefen wir mit den anderen auf dem Boden. Ding Jungs sind wie wir, kaum kulturelle Unterschiede. Sie erzählten von Reisen in die Türkei, Turkmenistan, Armenien und Georgien. Von Casino besuchen,Frauen und Alkohol. Im Iran ist das alles illegal und wird, wenn man erwischt wird, streng bestraft.

Türkisch/Iranische Grenze

wir wurden sehr herzlich aufgenommen

Die erste Nacht im Iran
21.December 2016
Am Morgen konnten wir heiss duschen und hatten ein super Frühstuck. Sie schauten mich allerdings ein bisschen verwundert an als ich mein Frischkäse salzte. Sie lachten nur “ahh Germany”. Da dass, noch nicht genug der Hilfe war, fuhren sie mit uns in die nahegelegene Stadt und kümmerten sich darum das wir eine Simkarte bekamen. Im Iran dauert alles ein bisschen länger – wie ich gleich am ersten Tag feststellte. Im Postofffice wollte ich eine iranische Simkarte kaufen. 2.5 Stunden, unzählige Unterschriften, Fingerabdrücke und Passkopien später hielt ich meine iranische Simkarte in der Hand. Diese war nun aktiv aber noch kein Guthaben darauf. Ich hatte mich für Iran cell entschieden. Guten Empfang und LTE gibts nur in Großstadt nähe. Wir wollten sie zum Mittagessen einladen – er Strecke mir sein Handy entgegen “You are our guest – we are here for your pleasure ” und wedelt mit den Händen. Ich hab in 4 Jahren Reisen noch nie solch eine Gastfreundschaft erlebt, ich bin schwer beeindruckt. In Tabriz trafen wir Hadi den ich über WhatsApp kennengelernt habe. Er ist gebürtiger Iraner – hat in London studiert und lebt jetzt in Porto. Wir trafen seinen Cousin Ali im Café und verabredeten und auf den nächsten Tag, um gemeinsam den Basar zu erkunden. In der Nacht wurde es nochmals kalt, -12 grad.

Im Norden liegt noch viel Schnee


22. December 2016
Ich stand neben meinem Auto und putze mit die Zähne, es hielt eine Frau mittleren alters an und sagte “ you can use my bathroom – I have a appartment here” Ich lehnte dankend ab denn ich war schon fertig. Krass, sie kannte mich nicht mal – ich war ein komplett Fremder für sie. Der Basar ist riesen gross, der größte und älteste Basar der Welt, eins war es der Basar in Aleppo aber der ist durch den Syrien Krieg leider komplett zerstört worden. Der Basar in Tarbiz hat 5555 Shops, es gibt nichts, was es hier nicht gibt. Von Teppichen, Gemälden, Kleidung, frische Früchte und Gemüse bis hin zum Metzger und Gewürzhändler. Ali hat hier auch einen kleinen Shop, er verkauft alles was die Nomaden im Sommer in Handarbeit herstellen, Socken,Taschen,Teppiche. Ich kaufte einen schönen 40 Jahre alten Teppich, meinen ersten echten Perser. Ich könnte Tage hier verbringen um mir alles in Ruhe anzuschauen. Ali zeigte uns ein sehr leckeres Restaurant, dass wir ohne nie gefunden hätten. Eine kleine Treppe führte in einen etwas größeren Raum hinauf. Dort standen 2 Tische, dahinter befand sich die offne Küche. Sehr chaotisch, überall stand etwas her rum. Der Fernseher war so angebracht, dass auch der Koch in der Küche einen Blick darauf hatte. Ali und Lennard bestellten “Dizzy” eine art Suppe/Brei sehr lecker – Ich bestellte Kebab, Kebab ist hier anders als Zuhause. Gewürztes Hackfleisch das auf einem Spiess über offenem Feuer gebraten wird, dazu wird Nun (Fladenbrot) und Gemüse gegessen. Mir schmeckte es super, ich bestellte gleich noch einen. Nach dem Essen wollten wir zur blauen Mosche, diese war leider aber schon geschlossen als wir dort waren. Bei einer Tasse heissem Cay wärmten wir uns auf. Ich mag Ali, er ist ein ruhiger, sehr offener Mensch. Er geht nicht in die Mosche, betet nicht, braut seinen Alkohol zuhause und isst auch mal Schwein. Es sind die Regierungen die sich bekriegen nicht die Menschen in diesen Ländern, sagt er immer wieder. Er hat nichts gegen Juden, Christen, Buddhisten – er akzeptiert alle, jeder Mensch ist so wie er ist, es spielt keine Rolle was für einen Glauben er hat. Ali hat sich selbst deutsch beigebracht, nur durch ein CD. Dafür sprich er wirklich gut deutsch. Er hat Jura studiert, hat aber dann nach dem Tod seines Vaters das Business im Basar übernommen. Mit dem Taxi sind wir wieder zurück zu unseren Autos, 20 Minuten Taxi für 1.50 Euro. Alles ist sehr günstig hier. Essen 2-3 Euro, 20 Minuten Taxi 1-2 Euro, Datenvolumen 1gb – 1Euro.

Lennard, Ich, Hadi, Ali im Basar von Tabriz










23. December 2016
Lennard ist krank geworden, als wir auf dem Basar waren hatten wir morgens einen Warp mit Kartoffeln und Eiern das hat ihm wohl den Magen verdorben. Ich mag keine Eier und so blieb ich verschont. Morgen ist Weihnachten, wir kauften uns weiße Hemden und schwarze Fliegen, wir wollten schliesslich gut aussehen. Den restlichen Tag verbrachten wir im Auto schieben Blog und Tagebuch. So schaffte ich es auch meine 6 GB Datenvolumen innerhalb von 2 Tagen völlig aufzubrauchen. Hadi brachte uns Mittagessen ans Auto – Reis mit Linsen und Fleisch, dazu Salat und eigelegte Aprikosen. Sehr lecker! Ich bin ein bisschen durch die Stadt gelaufen und hab uns Pide gekauft. Es sprach keiner English, ich bestellte mit dem Google Translator, funktioniert auch. Heißes Wasser für die Wärmflaschen bekam ich hier auch. Wir trafen Hadis Freunde, sie luden uns auf Drinks ein “Vodka”, wir lehnten dankend ab, Lennard fühlte sich immer noch nicht besser. Viele trinken Alkohol obwohl es eigentlich gar keinen zu kaufen gibt. Aber auch hier existiert ein Schwarzmarkt, wie für alles. Abends brachte uns Ali noch einen Topf mit Suppe. Hadi und Ali haben sich richtig gut und uns gekümmert heute. Morgen ist Weihnachten, es fühlt sich nicht an wie Weihnachten. Naja ich bin schliesslich auch in einem muslimischen Land, hier wird Weihnachten nicht gefeiert.


Unsere Schlafplätze in Tabriz
24. December 2016
Weihnachten im Iran. Lennard ging es wieder ein bisschen besser und wir beschlossen nach Urmia zu fahren. Mein Tank war leer und wir hatten ein wenig bedenken wegen dem iranischen Dieseln. Meti und Ali sagten uns, dass es hier kein Winterdiesel gibt. Normaler Diesel fängt bei -7 grad an zu flocken, bei -12 zu gefrieren. Mein Tank war leer, mir bliebt nichts anderes übrig als zu tanken. Mein Kanister kamen zum ersten mal zum Einsatz, 130 Liter für 17.50 Euro !!! Das sind 0,15 Cent der Liter. Hier macht das Tanken richtig Spass. Kandowan lag auf dem Weg und so machten wir einen kurzen Stop hier. Auch hier leben leben die Menschen in Höhlen im Felsen, so wie in Cappadocia, Türkei. Das Wetter ist grau, trübe und kalt, der Ort scheint im Sommer vom Tourismus zu leben – zur Winterzeit ist hier nichts los. Das Wetter wurde immer schlechter auf dem Weg nach Urmia, dort angekommen suchten wir uns ein Hotel. Das Aria Hotel sah gut aus und das Personal war freundlich, das Zimmer war ordentlich und sauber 20 Euro bezahlten wir pro Nase. Deal. Wir erkundigten uns nach einem guten Restaurant, der Taxifahrer sollte uns dort hin bringen. Er versuchte uns zu 2 anderen Restaurants zu fahren, diese waren nicht so weit weg und er dachte wir merken es nicht. Als wir im klar machten, dass wir zu besagten Restaurant wollen bekam er schlechte Laune, das Restaurant war ca. 20 Minuten fahrt entfernt. Er dachte er kann uns irgendwo absetzen und abkassieren. Nicht mit uns Freundchen. Es war ein Türkisches Restaurant indem wir unser Weihnachtsessen hatten. Wir gewohnt sprach keiner Englisch und wir bestellten mit Google Translator. Wir fragten Orangensaft und bekamen Fanta, typisch Iran. Das Essen war sehr lecker, wir hatten 3 verschiedene Hauptgänge. Köpfte, Kebab und etwas kochendes im Wok, dazu Salat und Gemüse. Das Essen im Iran ist fast immer das gleiche. Am Tischen neben an feierte eine Familie den Geburtstag des Babys. Wir wollten gerade das Restaurant verlassen da fragten sie uns ob sie ein Foto mit uns machen können. Klar. Ein anderer Taxi fahre hat uns wieder abgeholt und zum Hotel gebracht. Unterwegs half er mir noch mein Credit für Iran Cell aufzuladen damit ich wieder Internet habe. Im Hotel aktivierten die Jungs mein Internetpaket, blöd wenn das ganze Handy Menü in Farsi ist und man nichts versteht. Das war Weihnachten 2016 im Iran. Verrückt.





Weihnachten im Iran
25 Dezember 2016
Wir schliefen lang, um 10.15 wollten wir zum Frühstück. Dort sagte man uns das es kein Frühstück mehr gibt, ich wurde ein bisschen sauer, gestern hieß es, dass es bis um 10.30 Frühstück gibt.Ich ging zur Rezeption um mich zu beschweren. Dort sagte man mir abermals, dass das Frühstück nur bis 10 Uhr ist. Im Sommer bist 10.30 Uhr. Ich ging beleidigt in mein Zimmer zurück, 2 Minuten später klingelte das Telefon und man sagte mir das ich gleich Frühstück aufs Zimmer bekomme. Das ist doch mal was. Es gab Ei, Tomaten, Gurken, Frischkäse und ein Glas Orangensaft. Richtigen Orangensaft! Lennard ging es immer noch nicht besser. Über Nacht hat es gute 15 cm geschneit, wir mussten unsere Autos freimachen und fuhren dann Richtung Zanjan. Die Strassen waren teilweise schlecht und nicht geräumt. Streckenweise war es sehr glatt. Am Abend kamen wir in Zanjan an. Im Restaurant “Golden Fork” aßen wir noch eine Kleinigkeit. Lennard eine Suppe um seinen Magen zu schonen, Ich einen Cesar Salat mit Hähnchen und eine ganze gebratene Flunder mit Reis. Das Essen hier war sehr lecker. Mit Getränken hat uns alles zusammen 12.50 Euro gekostet. Der Kellner wollte wie immer ein Bild mit uns, ich habe schon gefühlte 100 Bilder gemacht.
26. December 2016
Die Nacht war ruhig und ich hab gut geschlafen, hatte allerdings ganz vergessen mein Auto abzuschliessen. Wir wollten heute nach Masuleh fahren. Die Strecke führte durch das Gebirge, wunderschön hier. Wir kletterten auf einen kleinen Hügel um von dort die Aussicht zu geniessen. Mittags waren wir in einem kleinen Dorf etwas essen. Wie immer freute sich der Besitzer riesig über unseren Besuch. Das Fleisch lag in einer Vitrine und sah nicht mehr ganz frisch aus. Naja ich hatte Hunger, ich zeigte auf das am best aussehende Stück und hoffe das die Hitze von dem Feuer alle Bakterien abtötetet. Ich hatte Hähnchen am Spiess mit Reis. War es Hähnchen? Es gab Joghurt mit Gurken und Nun (Brot) dazu. Bei bezahlen winkte er ab, war das sein erst ? Nur weil wir Touristen sind bekommen wir das Essen umsonst. So etwas würde in Deutschland nie passieren. Wir verabschiedeten uns, ich legte 150k RIAL unter den Teller. Er hätte es sonst so oder so nicht angenommen. 1.5 Stunden später kamen wir in Rast an, der Verkehr war grauenvoll und wir kamen nur langsam voran. Es scheint als gelten keine Verkehrsregeln. Im Iran gibt es Jährlich 16.000 Verkehrstote – im Vergleich in Deutschland sind es ca 3000. In einem kleinen Supermarkt kaufte ich ein paar Brötchen und Mandarinen. Wir hatten einen super Platz gefunden, ruhig und dunkel. Ich lag schon im Bett als bestimmt 5 Leute um die Autos standen. Polizei.Ich gab ihnen meinen Pass und machten kurz alle Türen auf. Sie durchsuchten mein Auto ein wenig, mehr aus eigener Interesse als zum Zweck. Ich war ziemlich genervt weil ich einfach nur schlafen wollte, die Polizei aber lieber smalltalk mit uns Touristen hatte. Keiner von ihnen konnte Englisch. Nach langem hin und her, sagte sie, sie bringen uns an einen sicheren Ort zum schlafen. Wir fuhren 20 Minuten durch die Stadt, der”sichere” Spot war direkt neben einer viel befahrenen Strasse. Ich war stock sauer und machte Ihnen klar das ich hier auf keinen Fall schlafen werde. Er hielt mir seinen Handy entgegen “In einer Stunde ruhig” jajaja. Keine 5 Minuten nachdem sie weg waren, kam die nächste Polizei und erklärte uns, sie bringen uns zu einem ruhigen Platz. Wir fuhren wieder 15 Minuten durch die Stadt und tatsächlich kamen wir zu einen ruhigen Plätzchen. Es war ein Camping Platz. Wir machten ihnen klar das wir nicht bezahlen möchten und sonst auch immer auf der Strasse schlafen – Umsonst – Schlussendlich durften wir hier bleiben und mussten nichts bezahlen.




27. Dezember 2016
Um 11 waren wir abfahrtbereit, auf dem weg zum Kaspischen Meer kaufte ich neue Fussmatten. Er hat sie mir noch passend geschnitten. 10 Euro. Die waren dringend notwenige die anderen hatte große Löcher und der Boden im Innenraum war feucht. Das Wetter ist immer noch nicht besser geworden, leider. Nass, Grau, bewölkt. Wir wollten eigentlich nach Masuleh fahren, bei diesen Wetterbedingungen hatte ich allerdings kein Bock dazu. Bei Mittagessen in einem sehr leckeren Restaurant entschied ich mich direkt nach Teheran zu fahren. Dieses mal bestellten wir nicht mit Google Translator, wir wurden direkt vom Chef bedient. Der Kellner sprach kein Englisch. Das Essen war lecker, es gab wie immer Hähnchen und Kebab gegrillt mit Reis, dazu Salat und eine sehr leckere Paste aus Minze und Salz für die Gurken. Der Chef erklärte uns stolz, dass man diese nur hier im Kaspischen Meer bekommt. Das ganze Essen kostete 490.000 Rial das sind 11 Euro. Teheran war noch etwa 360km / 5 Stunden fahrt entfernt – unterwegs haben wir einen kleinen Powernapp eingelegt. Wir waren einfach zu müde. Etwa 70km vor Teheran wurde der Verkehr dichter und es staute sich. Es regnete die komplette Strecke sehr stark. Im Stau entdeckte ich wieder Verkäufer wie in der Türkei. Wir brauchen das unbedingt auch in Deutschland. Um 21 Uhr bin ich beim meinen Couchsurfing Host Behrouz angekommen, ein lustiger Typ mit Schnauzer. Er ist deutsch Lehrer und besteht darauf das wir uns nur auf Deutsch unterhalten. In der seiner Wohnung angekommen eine kleine Überraschung, es waren noch 5 andere Couchsurfer da. Hannes und Anita, die 2 Wochen mit dem Backpack durch den Iran reisen. Samu den ich schon vorher aus der Whatsappgruppe kannte. Er hat leider kein Visum für Pakistan bekommen und fliegt jetzt nach Indien. Und dann sind da noch David und Evelin, ein österreichisches Pärchen die mit dem Motorad nach Australien fahren. Allerdings sitzen sie zwecks Reparaturen und Unfall schon seit 3 Monaten in Teheran. Behrouz hat sie aufgenommen. Eine lustige Gruppe. Wir tauschten uns über unsere Reisen und weiter Ziele aus. Abends haben wir alle zusammen gegessen. Es gibt 2 Zimmer – Hannes und Anita schlafen in dem einen, wir 4 in dem anderen auf dem Boden. Lennard hat in Teheran auch einen Host gefunden. Er ist dort für ein paar Tage untergekommen.


28. Dezember 2016
Um 9 Uhr sind David und Evelin aufgestanden, ich bin dann auch langsam wach geworden. Behrouz hat uns heute durch ganz Teheran geführt. Im Iran sind immer alle Shops die das selbe verkaufen in einer Strasse. So gibt es eine Strasse mit nur Buchhandlungen, eine mit nur Handy – und Computergeschäften, das ist sehr clever gelöst. Wenn man nun etwas sucht muss man nicht einmal durch die ganze Stadt rennen. Er zeigte uns einen Park, indem sich im Sommer viele Schwule und Stricher aufhalten. Homosexualität ist im Iran verboten und wir mit Auspeitschung bestraft. Der Platz gilt auch als Drogenumschlagsplatz. Die Polizei duldet es, die Gesetze werden nicht so strikt durchgesetzt, sagt er. Wenn man aber Pech hat wird ein Exempel an einem statuiert. Man spielt hier mit seinem Leben, dass ist dann noch nochmal was anderes als ein paar Jahre ins Gefängnis zu kommen. Dann besuchten wir zu meinem heutigen Favoriten, die Amerikanischen Botschaft – die Botschaft ist heute ein Museum in dem sich der Hass der Regierung gegen Amerika widerspiegelt. Das wohl bekannteste Graffiti in der Stadt ist der Slogan “Down with Amerika”. Vor der Botschaft sind viele Poster ausgestellt – auf einem ist Obama als Terrorist verkleidet zu sehen. Das Innere der Botschaft ist fast genau so wie vor 50 Jahren als sie gestürmt wurde. Es kostet keinen Eintritt und man bekommt einen Guide wenn man möchte. Unser Guide war Reza ein sehr netter 25 jähriger Iraner der richtig gut Englisch konnte. Ich habe mich ein wenig mit ihm unterhalten, er möchte gerne nach Deutschland auswandern um dort zu studieren und zu arbeiten. Viele junge Menschen hier haben Ziele in einem besser entwickeltet Land zu leben. Die Botschaft war sehr interessant, wir verbrachten viel Zeit dort. Mit der Metro ging es weiter zum Militär Museum, von dort hat meinen einen tollen Blick auf die Berge um Teheran herum. Vor dem Museum ist eine Gedenkstätte an die Opfer von Selbsmordanschlägen, die Autos in denen Sie starben sind in weisse Tücher gewickelt. Im Auto ist ein Bild von den getöteten. Danach sind wir über eine architektonisch sehr coole Brücke gelaufen, es war fast schon dunkel man hatte einen tollen Ausblick über die Stadt und den ganzen Verkehr. So viele Autos. Ich könnte hier nicht leben, dass wäre mir zu viel. Die meisten Elektronik Artikel sind sehr günstig, weil die Steuer nur 9% beträgt und die Transportwege von China nicht so weit sind. Ich machte mich auf den Weg nach hause zu Behrouz. Im Fotoladen hat mir ein netter Iraner ein Snapp (wie Uber) gerufen. Für 2.50 Euro bin ich 30 Minuten Taxi gefahren. In der WhatsApp Gruppe habe ich Marc kennengelernt, er reist durch den Iran und sein Couchsurfing Host will morgen mit ihm im Tochal Gebirge wandern. Er hat mich gefragt ob ich mitkomme, ich hab zugestimmt. Treffpunkt ist morgen früh um 10 Uhr.








29. Dezember 2016
Mit der Metro gings zu Marc, Metro fahren ist ein Erlebnis für sich. Ich komm mir immer vor wie im Zoo. Jeder, ausnahmslos jeder, Gafft dich an. Touristen sind nicht so oft gesehen. Jeder ist aber super nett. Man meisten höre ich “Welcome to Iran, where are you from, can I have your Instagram ? Instagram is eine der wenigen, nicht durch den Staat gesperrten Social Media Apps. In der Metro gibt es viele fliegende Händler, ein bisschen so wie ein kleiner Basar. Gürtel, Zahnbürsten, Rasierer, Kopfhörer, Malbücher, Socken – alles wird hier verkauft. Der Bahnsteig und die Metro sind Unterteilt – Der jeweils hinterste und vorderste Bereich ist nur für Frauen. Alle anderen Abteile können gemischt betreten werden. Die Frauen nutzen dies gern, da die Metro zu Stoßzeiten extrem überfüllt ist. Metro fahren kostet fast nichts, so bezahlte ich für 2-3 Stationen ca. 0.12 CENT. Es muss eines der günstigsten Metro Systeme der Welt sein. An der Haltestelle Farhangsara hat mich Marc abgeholt und wir sind zusammen mit seinem Host Peyman seinem Bruder und Moschde, seiner Frau zum Fuss der Tochal Gebirge gefahren. Das liegt nur ein paar Kilometer entfernt. Peyman und Moschde sind ein junges Pärchen beide um die 30 rum, sie studieren beide Online – sie gehörten der Bahain an, eine religiöse Minderheit im Iran. Sie dürfen an keiner Universität im Iran studieren, auch wird Ihr Abschluss nur im Ausland anerkannt. Unterdrückung von Minderheiten im doch so westlich wirkend wollenden Iran 2016. Sie studiert Computer Wissenschaften, er Physiologie beide sind gerade an ihrem Master Abschluss. 5 Stunden sind wir den Berg hinaufgeklettert. Ab etwa der Hälfte mussten wir Steigeisen benutzen, es lag viel Schnee und Eis. Ein Aufstieg ohne wäre zu gefährlich gewesen. Ich hab viele klasse Videos und Fotos gemacht, dadurch war ich immer ein bisschen hintern dran. Auch auf dem Weg hier wurden wir sehr oft mit den freundlichen Worten “Welcome to Iran” begrüsst. Die Iranische Kultur selbst ist schon sehr gastfreundlich, oft wollen sie dann noch den “schlechten” Eindruck vom Westen loswerden und sind noch ein bisschen freundlicher zu den Touristen, so Peyman. Das letzte Stück vom Weg war steil und mit Seilen abgesichert, das Schmelzwasser floss in einem kleinen Bach den Weg hinunter. Um 18 Uhr sind wir an unserem Nachtlager angekommen, eine grosse Hütte, die vor der Revolution von Franzosen gebaut wurde. Hier oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt bei . Die Hütte ist bewirtet und bietet Platz für 200 Besucher. Zum Abendessen gab es Dizzy und Omelett mit Wurst. Die meisten hier oben kennen sich und kommen jeden Donnerstag her, um Freitag morgens dann den Gipfel zu besteigen. Für uns war hier Schluss, unsere Equipment war nicht warm genug. Bis zur Spitze sind es noch 4 Stunden und 900 Höhenmeter, auf dem Gipfel hat es Minus -15 Grad und es geht ein starker wind. Um 21 Uhr konnten wir in den Schlafsaal, diese sind natürlich auch getrennt. Nur Ehepaare können unter Nachweis der Heiratsurkunde ein Zimmer gemeinsam buchen. Marc, Lennard und ich haben die Nacht in einem Schlafsaal mit 37 anderen verbracht. Wir waren wieder einmal das Thema, jedes dritte Wort war “allemagne”. Pünktlich um 22.30 Uhr ging das Licht aus und es herrschte Ruhe im Raum. Nur das knacken der Handytastaturen war vereinzelt zu hören. Zum Glück war ich total K.O. und bin schnell eingeschlafen, so hab ich niemand schnarchen gehört.


„Dizzy“








30. Dezember 2016
Um 5.00 Uhr sind die meisten aufgestanden, ich wurde durch den Lärm auch wach. Beim aufstehen bemerkte ich das mein Fleece Pulli weg war. Irgendwer mussten ihn vertauscht oder geklaut geklaut haben. Ich war froh das es nur der Pulli war und nicht meine teure Jack mit meinem Geld drin. Nach dem Frühstuck sind wir auf einem anderen Weg wieder runter. Es war viel mehr los als gestern, das liegt am Wochenende. Freitags ist hier Frei und die ganzen Menschen aus der Stadt kommen zum wandern. Der Abstieg ging viel schneller, nach 2.5 Stunden waren wir am Auto. Peyman hat uns zum Mittagessen bei seiner Mutter eingeladen. Wir quetschten uns zu sechst ins Auto und fuhren zu seinem Haus. Sie wohnen sehr schick und modern. Ich war erstaunt über die schöne Wohnung. Das Essen war fantastisch es gab Ghormeh Sabzi Lammfleisch in einer würzigen grünen Suppe mit Bohnen und Halim Bademjan eine Art Creme aus Aubergine und Hackfleisch mit etwas Yoghurt artigem. Dazu gab es Safranreis, Kartoffeln und Salat. Peymans Mutter hat das alles selbst gekocht, super lecker !! Iraner stehen auf Prunk, die Wohnung ist voll mit dicken Polstermöbeln und Glitzer.
31. Dezember 2016
Das Jahr 2016 ging sehr schnell vorbei. Ich habe 15 verschiedenen Ländern bereist, Neuseeland, Indonesien, Singapur, Holland, Deutschland, Österreich, Slovenien, Italien, Kroatien, Montenegro, Kosovo, Albanien, Griechenland, Türkei und den Iran. Im Iran feiert man kein Silvester, sie haben einen anderen Kalender hier, das neue Jahr beginnt für Sie am 21. März. Ich habe viel erlebt und gesehen, viele neue Menschen getroffen und Freundschaften geschlossen. Ich schaue voller Freunde ins kommende Jahr, 2017 zeig was du kannst ! Ich freu mich auf viele neue Länder und Erfahrungen. Auch bin ich gespannt auf heute Abend, ein Silvester ohne Alkohol und ohne Party, dass ist ungewohnt. Das letzte Frühstück in diesem Jahr war ein Geburtstags Frühstück mit Evi, David und Behrouz. Zur Feier des Tages gab es alkoholfreies Bier. Ich hab mich dazu entschieden ein Neues Handy zu kaufen, das iPhone 5s das ich jetzt habe ist zu alt und langsam. Jetzt ist es auch bei mir soweit, ich Wechsel von Apple zu Samsung. Sorry geliebter Apfel aber deine Zeit is vorbei. Um Mitternacht habe ich mit 5 anderen deutschen mit alkoholfreiem Bier angstoßen, Freunde von Marc aus Balingen. Marc begleitet uns ein Stück, wir wollen alle drei nach Süden und wir haben noch Platz im Auto frei. Um halb 2 haben wir uns ein Snapp (Uber) zu unseren Hosts genommen. Ich hab für die Fahrt wieder keine 2 Euro bezahlt, nachts sind die Strassen in Teheran wie leer gefegt. Nichts hat nachts geöffnet, die Iraner sind keine nacht Menschen. Um 2 war ich zuhause, Evi und David waren noch wach und haben Silvisterstadl im Ersten geschaut. Behrouz hat Satellit und über 2000 Sender, darunter auch das Erste und Zweite. Frohes Neues 2017!!!

01. Januar 2017
So jetzt is also 2017, fühlt sich auch nicht wirklich anders an.Eigentlich wollten wir heute Teheran verlassen, aber Lennard seine Wäsche ist erst morgen fertig. Ich hab den Tag genutzt und den Blog fertig gemacht und Bilder hochgeladen. Ich hab mittlerweile bestimmt 30gb Datenvolumen verblaßen. Behrouz hat zuhause kein W-lan, warum eigentlich nicht? Mein Datenvolumen war wieder mal leer, ich musste aufladen, dazu muss ich aber die Wohnung verlassen und ich habe keinen Schlüssel um wieder rein zu kommen. Behrouz, David und Evi sind ausser Haus. Im Supermarkt an der Ecke habe ich mir 15gb geholt, das sollte wieder ein paar Tage reichen, die Benutzung eines VPN braucht deutlich mehr Datenvolumen. Nützliche und kostenlose VPN’s sind „Lantern“ & „Hotspotshield“.Im Restaurant hat mich ein älterer Herr gefragt ob ich mit ihm Mittagessen wolle, er holt hier essen und geht dann zurück in die Schuhfabrik in der er arbeitet. Die Fabrik war nur 2 Häuser entfernt, alle freuten sich als sie mich sahen. Einer von den Arbeitern hat 8 Monate in Deutschland verbracht und konnte ein paar Wörter deutsch. Die Leute arbeiten von 8 Uhr morgens bis 22 Uhr abends, 14h Stunden. Ich war eigentlich auf der Suche nach einen Internet-Cafe und so hab ich mich wieder verabschiedet. Auf der Strasse erkundigte ich mich nach dem Weg, aber nicht ohne, dass ich vorher von einem jungen Iraner zu einer Shisha und Tee eingeladen wurde. Er möchte unbedingt in Deutschland studieren und hat mich 100mal gefragt ob ich ihm nicht helfen könnte und ihn nach Deutschland einladen kann. Zurück bei Behrouz dann die schlechte Nachricht, mein Paket aus dem USA wurde vom US Zoll abgefangen und zurück an den Absender geliefert. Das Handels Embargo gegen den Iran ist immer noch im Gange, so eine Scheisse.

02. Januar 2017
Heute wollen wir nach Kaschan weiterfahren, etwa 2 stunden von Teheran. Gegen 10 Uhr war ich wach, Ich hab das Auto ausgeräumt und geputzt. Um 13.30 Uhr hab ich mich verabschiedet und war startbereit. Mark und Lennard habe ich am späten Nachmittag in Kaschan wiedergetroffen. Erst mal was essen, in einem Restaurant in der Stadt haben wir zu Abend gegessen, wie immer Kebab mit Reis und Salat. Morgen gehts in die Wüste ich freu mich drauf. Lennard hat Marc bei sich im Auto aufgenommen, so sind wir flexibel und können überall schlafen.
03. Januar 2017
Auf dem Weg zur Wüste machten wir noch einen kleiner Abstecher in einer Mosche, diese war sehr schön, wie die meisten im Iran sehr aufwendig verziert, überall hat es geglitzert und gefunkelt. Die Iraner sollten sich davon eine Scheibe für Ihre eigenen Häuser abschneiden. Die Wüste kostet doch tatsächlich Eintritt, ich glaubte es kaum. Auf der Zufahrtstrasse ist ein Checkpoint errichtet, dort kaufen wir ein Ticket für die Autos – 400.000 Rial für 2 Autos mit 3 Personen. Das Abendteuer kann beginnen. Etliche mit Salz beladene Trucks kamen uns auf dem Weg in die Wüste entgegen. Ich bin mit Marc durch die Dünen gefahren, wir hatten ein bisschen Angst das wir stecken bleiben – weder Lennard noch Ich hatten Sandbleche oder einen Kompressor dabei. Ich hatte einen riesigen Spass. In den Dünen habe ich 2 Holländer getroffen, die beiden Jungs reisen 2 Wochen mit dem Rucksack durch das Land. Lennard erzählte von 3 Nissan Patrol die er gesehen hatte, kurze Zeit später entdeckten wir sie und folgten ihnen durch die Dünen. Es waren 6 Jungs aus Teheran, sie campten hier in der Wüste und luden uns ein mit zu ihrem Camp zu kommen. Wir überlegten nicht lange, das klingt nach einen Haufen Spass ! Ich hatte noch vollen Luftdruck in den Reifen und so dauerte es nicht lange bis ich mich festfuhr. Die Jungs zogen mich raus und wir passen den Luftdruck der Reifen auf den Sand an – von 34 psi auf 10 psi. Es fährt sich so viel besser, da die Reifen mehr Auflagefläche haben. Das Camp lag gut gewählt hinter den Sanddünen versteckt. Zwei Zelte und eine Feuerstelle waren hier von der Nacht zuvor. Ich war kaum aus dem Auto gestiegen und hatte schon einen Becher Vodka – Fanta in der Hand. Sehr geil ! Mo und seine Freunde kommen aus Teheran und sind zwischen 24-35 Jahre alt. Sie müssen gut Geld haben, ihre Autos kosten im Iran mindestens $50.000 , ein 1995 Nissan Patrol 4.2 Liter und Nissan Patrol Safari. Nur im bei den Spritpreisen im Iran kann man es sich leisten solche Auto zu fahren. Die fressen über 25 Liter pro 100km. Das Lagerfeuer wurde ganz stilecht mit ein paar Litern Benzin entfacht – das geht schneller. Einer der Jungs bereitetet Chickenkebab vor, ich war ziemlich überwältigt von der ganzen Situation, einfach Happy. Der Sonnenuntergang in der Wüste ist phänomenal, von einer Sanddüne aus hatten wir einen guten Ausblick. Marc hat seine Gitarre ausgepackt und ein paar Seiten angeschlagen. Es war der bisher wohl schönste Moment meiner Reise , die Sonnen verschwand gerade hinter den Bergen in der Ferne, vor uns die unendliche Weite der Wüste, Gitarrenmusik im Hintergrund. Mark spielt gut Gitarre und singt dazu, ich war positiv davon überrascht, den Iranern hat es auch super gefallen. Es war die perfekte Location um tolle Bilder einzufangen. Nachts verbrachte ich bestimmt Stunde auf den Dünen um Fotos vom Sternenhimmel einzufangen. Die Jungs sind echt mega cool drauf, wir hatten echt Glück das wir sie getroffen haben. Als wir alle ins Bett sind, war ich froh das ich im Auto und nicht im Zelt schlafen musste, denn es wurde ziemliche kalt.









04. Januar 2017
Die Nacht muss kalt gewesen sein, als ich morgens auf dem Klo war, schliefen alle in den Autos und nichtmehr ihren Zelten. Wir hatten ein typisches Iranisches Frühstück in der Wüste. Frischkäse, Gurken, Tomaten, Sahne und Honig (typisch hier), Mandarinen und Äpfel. Es hat mega Spass gemacht durch die Sanddünen zu heizen, als ich stecken blieb, haben mich die Jungs im Nu herausgezogen. Unglaubliche schöne Landschaften hier, ein bisschen wie auf dem Mond. Mit 60 Km/h fuhren wir in den Sonnen Untergang. Kurz bevor wir wieder asphaltieret Straßen erreichten, pumpten wir die Reifen auf 32 psi auf. Auf der Autobahn trennten wir uns von den Jungs, sie fuhren zurück nach Teheran, wir machten uns auf dem Weg nach Kaschan. Seit dem Frühstück am morgen hatten wir noch nichts im Bauch, in Kaschan haben wir bei einem großzügigen Abendessen unsere weitere Reise besprochen. Etwas ausserhalb der Stadt wartete ich auf Lennard und Marc, wir saßen alle zusammen bei mir im Auto als Marc meinte: “Das Militär ist da”. Ich ging davon aus, dass sie nur die Pässe sehen wollten, merkte aber schnell dass es nicht das übliche Prozedere war. Von 2 schwergewaffneten Soldaten wurden wir ins Büro begleitet. Sie kontrollierten alles, Pässe, Handys, Laptop, Speicherkarten, Festplatten, iPads jegliche Elektronischen Geräte, einschliesslich meiner Drone, an der Sie sehr interessiert waren. Da saßen wir drei also nun in einem Militärstützpunkt irgendwo in Kaschan und warteten darauf was als nächstes passiert. Mir war die ganze Sache nicht ganz geheuer, ich hatte die Festplatte uns die Speicherkarte mit den Fotos von gestern Versteckt. Ist vielleicht besser so wenn sie die nicht auch noch sehen. Anschliessend durchsuchten sie die Autos und fanden noch mehr Kameras und elektronische Geräte. Heute morgen noch hatten wir einen riesigen Spass in der Wüste und jetzt das! Ganze 2.5 Stunden verbrachten wir dort, unsere Pässe und Sachen bekamen wir nicht zurück. Sie wurden der Security Police, ähnlich zum Geheimdienst übergeben. Uns wurde gesagt wir sollen uns morgen dort melden. Wir hatten also nichts mehr keine Pässe, Handys, Laptops, Kameras und keine Drone. Nur die Adresse der Polizeistation bei der wir uns morgen melden sollen, sie hatten uns die Adresse ich Farsi und Englisch aufgeschrieben. Wir fuhren also zurück nach Kaschan, es war mittlerweile 2 Uhr nachts, ich sprach einen jungen Iraner an ob er uns die Polizeistation zeigen kann. Ich hab ihn im Auto mitgenommen und wir sind zur Polizei gefahren. Der Polizist sagte mir das die Pässe hier sind und wir morgen wieder kommen sollen. Nach einem ziemlich sinnlosen nächtlichen Gespräch mit der Deutschen Botschaft sind wir ins Bett. Um 7 Uhr morgen gehen wir wieder hin. Mal schauen was daraus wird.

















05. Januar 2017
Um kurz nach 7 Uhr bin ich vom Lärm der vorbeifahrenden Autos geweckt worden, ich war noch viel zu müde, die Nacht war deutlich zu kurz, aber wir wollten ja eh um 7 Uhr bei der Polizei sein. Kurz vor 8 Uhr standen wir vor der Polizeistation, die eher einer Baracke glich. Dann hieß es erstmal warten, wir packen unsere Camping Stühle aus und setzen uns vor der Polizeistation in die Sonne. Nach etwa einer Stunde wurden erst Marc und dann ich nach drinnen gerufen, sie schauten wiedermal die Bilder auf den Handys und Kameras durch. Das gleiche Prozedere wie gestern nacht schon. Naja vielleicht kapieren sie jetzt, dass sie bei uns nichts finden werden, aber lassen wir sie ihren Job machen. Ich verstehe ich nicht was sie von mir wollen, keiner von ihnen kann Englisch, wieder wollte er mein Passwort für meinen Laptop – ich verweigerte es ihnen, was er ohne Wiederrede akzeptierte. Jetzt fragte ich nach einen Übersetzer – Wir warteten wieder etwa eine Stunde bis sie Hussein herbeigerufen hatten, er ist Tourguide und spricht gut Englisch. Er half uns beim übersetzen und erklärte uns, das Kaschan die Nuklear Hochburg des Irans ist und die Behörden deswegen so neugierig sind. Er erklärte mir auch das es wahrscheinlich Probleme mit der Drone geben wird, da ich keine Genehmigung für den Iran habe. Ich soll ihnen die Rechnung oder irgend etwas vorlegen und sagen das es die “Permisson” ist, sie könnten es so oder so nicht lesen. Das ganze hat sich bis Mittags hingezogen, dann durchsuchten sie nochmals die Autos und fanden meine Polaroid- und Analoge Kamera und mehrere Objektive, die sie auch beschlagnahmten. Sie schicken die ganzen Sachen nach Isfahan und überprüfen sie dort nochmal, ein drittes mal. Ich glaube ich seh die Drone nicht wieder. Um 13 Uhr waren wir fertig, die Pässe hatten wir trotzdem nicht, das einzige, dass wir zurück bekamen war ein Handy damit wir erreichbar sind – Lennard sein Handy. Die deutsche Botschaft konnte uns auch nicht weiter helfen, wir sollen bis Samstag abwarten und uns dann nochmal melden. Es gibt vielleicht auch noch ein Problem mit meinem Visa, ich bin am letzten Tag der Gültigkeit eingereist und dachte es sei für 30 Tage gültig. Die Behörden hier sagen etwas anderes, sie sind der Meinung das mein Visum nicht mehr gültig ist. Ich bin gespannt was aus der ganzen Sache wird, jetzt heisst es erstmal abwarten, wir dürfen die Stadt verlassen. Hussein der Tourguide, hat uns am Abend angerufenen und nach dem Passwort für das iPad gefragt. Ich wollte es ihnen erst nicht geben, er meinte dann es sei besser, dann geht es schneller. Er scheint ein netter Typ zu sein, es ist im sichtlich peinlich, was die Polizei mit uns macht. Er hat ich viele male dafür entschuldigt. In der Nähe vom Bahnhof haben wir ein ruhiges Plätzchen gefunden, wir war alle müde und haben Schlaf von den letzten 2 Tagen nachgeholt. Ohne Technische Geräte hat man viel mehr Zeit, blöd nur, dass ich es auf diese Art und Weise erfahren muss. Gegen 19 Uhr hat Hussein wieder anrufen, hat hatte gute Neuigkeiten. Er erzählte uns das wir unsere Sachen heute Abend noch wiederbekommen würden, sogar die Drone. Ich war ziemlich happy, mehr als happy – die Vorfreude hielt sich dann aber noch in Grenzen. Ich glaub es erst wenn ich meine Sachen wieder in der Hand habe. Hussein hat uns zum Fussballspielen in eine Sporthalle eingeladen, um 20 Uhr waren wir dort und haben ein bisschen gekickt. Wir wollten gerade die Autos umparken, da kam einer der Officer, der uns unser Zeug abgenommen hat. Jetzt hatte sich seine Laune deutlich gebessert, er hatte ein lächeln im Gesicht und gab sich Mühe freundlich zu wirken. Die Drone übergab er mir mit den Worten “please don’t use again in Iran”, ich nickte und schnappte mir meine Drone. Auch all unsere anderen Sachen waren unbeschädigt und vollzählig. Er entschuldigte sich sogar und schenkte uns noch Süssigkeiten. Wir fanden später heraus, dass uns ein guter Kontakt uns den Arsch gerettet hat. Hätten wir diesen Kontakt nicht gehabt, wäre die Sache anders ausgegangen – nicht zu unserm Vorteil. Immer von Vorteil wenn man solche Freunde hat. Im Iran funktioniert viel über Beziehungen. Wir konnten unser Glück noch nicht ganz fassen und sind erstmal etwas essen gegangen. In der Nacht fuhren wir noch weiter, Ich bis nach Isfahan und die beiden Jungs in den Westen. Wir treffen uns in ein paar Tagen wieder. Um 2.30 Uhr nachts bin ich in Isfahan angekommen, die Stadt war wie leer gefegt.


06. Januar 2017
Heute war wieder Sightseeing angesagt, in Isfahan gib es ein bisschen was zu sehen. Die Mosche in der Stadt ist toll, sehr aufwendig dekoriert, ein Teil davon wird gerade restauriert. 200.000 Rial kostet der Eintritt – drinnen wollte mir dann nochmal jemand eine Audio Tour für 150.000 verkaufen, Nein Danke. In der Mosche habe ich ein paar andere Touristen getroffen, hauptsächlich Franzosen und Chinesen. Neben der Mosche sind Touristen Shops dort hab ich einen Ring gekauft. Der erste Laden war mir zu teuer, im zweiten habe ich den gleichen Ring für die Hälfte bekommen, ich glaub das war der richtige Preis. Ein silberner Ring indem ein rechteckiger schwarzer Stein eingefasst ist, 15 USD habe ich dafür bezahlt. Der nächste Stop war eine alte Brücke mitten in der Stadt. Ein junger Iraner hat mich angesprochen, er sprach gut Englisch und hat mich durch die Stadt geführt. Unterwegs haben wir seinen Freund getroffen, zu dritt sind wir zu einer zweiten, eigentlich schöneren Brücke gegangen. Behrouz und Hossein sind 2 coole Jungs, sie haben sich richtig über meine Anwesenheit gefreut. Behrouz hat sich am späten Nachmittag verabschiedet, Hossein und ich sind Kebab essen gegangen. Auf der Suche nach einem Schlafplatz bin ich eine ganze weile durch die Stadt gefahren, schlussendlich habe ich einen guten Platz gefunden. Direkt gegenüber von einem Wachhaus, die Wärter kamen noch herraus und sagten ich soll mich direkt davor stellen, sie passen auf mich auf! Sehr nette Kerle.






07. Januar 2017
Bis nach Persepolis waren es 550km, etwa 7 1/2 Stunden, die Fahrt zog sich, ich habe den ganzen Tag gebraucht, bin erst am späten Nachmittag angekommen. Unterwegs musste ich anhalten und einen kurzen Mittagsschlaf machen, mir sind vor Müdigkeit fast die Augen zugefallen. Die Landschaft ist sehr geil hier. Ein bisschen einseitig, Wüstenartige trockene Vegetation mit grossen Felsen und Bergen. Das Thermometer zeigt endlich auch wieder deutliche Plusgrade an, es ist kaum eine Wolke am Himmel zu sehen. Endlich wieder warm, die letzen 2 Monate waren kalt genug, nun werde ich für kurze Zeit die Wärme geniessen bis ich Pakistan erreiche, dort wird es auch wieder kälter. Ich stand am Strassenrand in der nähe von Persepolis, ein älterer Mann fuhr auf dem Motorad vorbei und winkte, ich winkte zurück, er hielt an und kam zurück und sprach mich in Farsi an. Ich verstand ihn leider nicht aber er zeigte immer in eine Richtung, ich glaube er will mich zu sich einladen. So war es auch wenig später saß ich in seinem Haus, die Familie bestand aus Vater, Mutter und 2 Söhnen. Sie wohnen in 2 Zelten ohne fließend Wasser und Strom, keiner von ihnen konnte wirklich Englisch, wir unterhielten uns mit Händen und Füßen und benutzen Google Translator. Ich zeigte ihnen Bilder von Deutschland, sie mir Videos von vor der Revolution. Fast jeden den ich getroffen habe sagt, die Zeit früher war besser. Das Zelt war etwas 10m2 gross und vollkommen mit Teppichen ausgelegt, es war fast leer. Auf der rechten Seite stand ein Gasbrenner zum kochen und ein paar Behälter, im hinteren Bereich war ein Regal aus Metal auf dem alles mögliche stand, vor allem aber Kissen und Decken. Das Abendessen war richtig lecker, die Mutter hat für uns alle gekocht – Gemüse mit Brot, dazu gab es Joghurt mit Gurken. Abends saßen wir draussen ums Lagerfeuer, der Vater hat auf der Flöte gespielt. Sie war selbst gemacht und bestand aus einem Stück Plastik Rohr in das er Löcher gebohrt hatte. Die Kohle vom Feuer wurde zum heizen vom Zelt benutzt. Einfach die glühende Kohle in einen Metallbehälter geben und dann ins Zelt stellen, dass hält für einige Stunden warm. Ahmed und ich haben in dem zweiten Zelt geschlafen. Das Bett bestand aus ein paar dünnen Decken die als Matratze dienten und ein paar weiteren zum zudecken. Ich war ziemlich kaputt und bin relativ schnell eingeschlafen.








08. Januar 2017
Die Nacht im Zelt war frisch, ich bin früh aufgewacht und hab mit den Eltern gefrühstückt – Käse, Walnüsse & Brot zum trinken gab’s Cay. Sie haben auch ein Kamel – Ahmed wollte unbedingt das ich darauf reite. Naja, wenns ihm eine Freude macht, ich glaub er will dafür nachher dann bloss Geld haben. Das Kamelreiten ist nicht meins, ganz und gar nicht. Wir haben ein paar Runden gedreht, dann hatte ich genug. Wie ich es mir schon dachte wollte er dafür einen Spende haben. Ich hab Ihnen für alles 200.000 Rial und 10 USD gegeben. Sie wollen das das ich wieder komme und haben nach meiner Telefonnummer und Email gefragt. Eine Emailadresse hat Ahmed noch nicht, will er sich aber machen. Dann war Persepolis angesagt, der Eintritt kostet 200.000 Rial, ich durfte meinen Rucksack nicht mehr auf das Gelände nehmen, weil ein Tourist vor ein paar Jahren etwas geklaut hat und versucht hat es in seinem Rucksack rauszuschmuggeln. So musste ich meine ganzes Kamera Equipment in 2 Plastiktüten durch die Gegend tragen. Auf dem Gelände habe ich Lucas kennen gelernt, er kommt aus Polen und reist 2 Wochen durch den Iran. Wir haben uns gut verstanden, ich hab ihn mit nach Shiraz genommen. Mitten in der Stadt haben wir einen super Schlafplatz gefunden, ein Steinbruch mit tollem Ausblick bei Nacht. Morgen trennen sich unsere Wege für immer, Lennard und Marc fahren nach Bandar Abbas um von dort aus die Fähre nach Qeshm zu nehmen. Ich wäre gern mitgekommen aber hab dazu einfach keine zeit mehr. Ich hab noch 1100km bis nach Zahedan vor mir, dass ist ein ganzes Stück !

09. Januar 2017
Die Jungs haben mich am Morgen aufgeweckt, wir haben uns verabschiedet. Schade die Zeit war echt cool mit ihnen, ich denke Marc werde ich in Indien oder Nepal wieder sehen. Lennard wird jetzt wohl doch nach Hause fahren und sein Auto von dort aus nach Afrika verschiffen. Ich bin gespannt wie sein Trip zu ende geht. Nach Kerman sind es gute 7 Stunden fahrt. Bevor ich los bin, war ich noch meine Hose nähen, diese ist ziemlich blöd im Schritt gerissen. Für 1.20 Euro habe ich einen Schneider gefunden der hat sie in 30 Minuten geflickt. Ich wollte mich gerade auf den Weg machen, aber dann hatte ich kein Internet mehr auf dem Handy. Kein internet heisst auch keine GPS – kein GPS heisst ich habe keinen blassen Schimmer in welche Richtung ich fahren muss. Ich hab ein paar Jungs angesprochen, die haben mich zu einem Handy shop begleitet. Es hat ewig gedauert aber schlussendlich hat er es dann doch geschafft. Ich weiss nicht was falsch war, aber irgend welche Einstellungen waren wohl nicht richtig. Mittlerweile war es 12 Uhr mittags und ich hatte mega Hunger, ich fragte die 2 Jungs nach einen Restaurant. Natürlich haben sie mir ein sehr schickes Restaurant gezeigt. Das Essen hier ist aber auch sehr lecker gewesen, Lamm Kebab und Dizzy, Salat vom Buffet und Brot. Ich hab gesagt ich lad sie zum Essen ein, aber als die Rechnung kam hatte er sie sich schon geschnappt und mit seiner Karte bezahlt. Er wollte auf keinen Fall, dass ich das Essen bezahle. Ich bin schliesslich zu Gast im Iran. Die Iranische Gastfreundschaft eben. Dann endlich, es war schon fast 13Uhr bin ich los gefahren. In Kerman hab ich an der Tankstelle geschlafen, ich war zu faul und zu müde nach einen schönen Schlafplatz zu suchen.
10. Januar 2017
Nach kurzer Fahrt bin ich in Bam angekommen, dort habe ich das Bam Castel angeschaut. Eine alte Festung – rießen Ding, etwa 80% davon sind bei einem Erdbeben zerstört worden. Kein Wunder, es ist alles nur aus Lehm, Matsch und Stroh errichtet worden. Der Wiederaufbau ist in vollem Gange. Von Bam ging es weiter nach Zahedan – die 4 Stunden Fahrt haben sich ewig gezogen, die Landschaft war immer die gleiche. Nur am Ende wurde es noch einmal richtig schön zu fahren, die Strasse führte geradewegs durch das Gebirge. Ich passierte zwei Polizei Checkpoints und kam abends um 18.00 Uhr in Zahedan an. Ich hab jetzt schon seit 8 Tagen nicht mehr geduscht, es wird Zeit. Im Zahedan Tourist Hotel habe ich mir ein Zimmer genommen, 45 USD für eine nacht, total überteuert. Im ersten Zimmer war das Licht kaputt, im zweiten Zimmer funktionierte die Heizung nicht. Am Ende hatte ich dann keine Lust mehr mich zu beschweren und hab es einfach so akzeptiert, die warme Dusche hat meine Laune dann wieder aufgeheitert. Morgen treffe ich mich mit Sergei, er kommt aus Weissrussland und trampt nach Indien. Ich hab ihn in der Whatsapp Gruppe kennengelernt und nehme ihn ein Stück durch Pakistan mit. Ich bin froh das wir zu zweit sind, ist zwar nicht sicherer, aber es gibt einem ein besseres Gefühl. Checkout ist um 14.00 Uhr mittags, das ist super, dann kann ich endlich mal wieder ausschlafen.





11. Januar 2017
Trotz der beiden mobilen Heizungen, war die Nacht frisch. Zurzeit wache ich immer früh morgens auf, so auch heute, um 7 Uhr war ich wach. Den morgen habe ich damit verbracht Bilder zu bearbeiten, das Auto zu putzen und meine Wäsche einzuräumen. Um kurz vor 14 Uhr wollte ich auschecken, ich hatte gestern abgeklärt, dass ich in Dollar bezahle. Das Hotel bot mir einen unverschämten wechselkurz von 34000 Rial für 1 USD an. Sauer machte ich mich auf den Weg zu einer Wechselstube, dort habe ich für 38000 Rial gewechselt. Wieder zurück im Hotel dann das nächste Problem, sie wollten mir meinen Pass nicht wieder geben. Ich darf das Hotel nur mit Polizeischutz verlassen, sie übergeben den Pass dann direkt an die Polizei. Ich bin stink sauer geworden und habe eine ganze weile herum diskutiert und die Dame an der Rezeption runtergeputzt. Ich bin ohne Pass ins Auto, gerade als ich losfahren wollte kamen 3 Polizisten. Der eine konnte ein bisschen English und war ganz nett, er nannte mich immer Joseph. Wir unterhielten uns wiedermal per Google Translator. Er verstand meine Situation und ich kam mit ihnen auf die Polizeistation. Ich warte hier bis Sergei kommt, morgen früh eskortieren sie uns dann nach Mirjaveh zur Pakistanischen Grenze. An der Polizei Station wurde ich freundlich empfangen, alle waren sehr interessiert und nett. Hussein, Hossein, Ahmed, Wade und Amir, mal schauen wer mich morgen nach Pakistan begleitet. Den Abend hab ich im Auto verbracht, ich habe die Zeit genutzt und Postkarten & Tagebuch geschrieben. Ich konnte nirgends hin, die Jungs von der Polizei meinten ich soll hier bleiben, es wäre zu gefährlich. Ich hab mich nach einen Restaurant erkundigt, sie sind dann los und haben mir 2 Chicken Kebab geholt, wollten mich noch übers Ohr hauen beim Preis – zum Glück kann ich mittlerweile Nummern in Farsi. Sie lachten als sie merken, dass ich den Kassenzettel lesen kann. Bis tief in die nacht, ging immer wieder das eiserne Metalltor auf und die Toyota Hilux sind mit vollgas an mir vorbei gerauscht. Die Jungs im Wachhaus machen gerade alle ihren Militärdienst, keiner von ihnen spricht auch nur ein Wort English. Sie sind sehr interessiert, schade das ich mit ihnen nur über den Übersetzter reden kann. Auf der ziemlich versifften Polizeitoilette habe ich Körperhygiene betrieben und bin dann zum schlafen ins Auto. Ich hoffe morgen klappt alles und ich komme heil in Pakistan an. Sergei hat mir am Abend schlecht Neuigkeiten mitgeteilt, er kann nicht mitkommen, sein Visum ist nicht mehr gültig. Die Behörden haben einen Fehler gemacht und das Visum für den falschen Monat ausgestellt, dann gehe ich eben doch alleine nach Pakistan, es wäre sicher cool mit ihm gewesen.


12. Januar 2017
Für das, dass ich so spät ins Bett bin, war ich heute morgen relativ früh wach. Um 7 Uhr sollte es losgehen, um 8 Uhr lag ich immer noch im Bett und keiner hat sich bei mir gemeldet. Ich meldete mich und wollte zum Supermarkt, ich hatte mega Hunger und nichts mehr zu essen. Die Jungs haben mir Linsensuppe und Brot zum Frühstück gebracht. Irgendwie stehen die Iraner auf Karottenmarmelade, richtig ekliges Zeug ! Um 10.00 Uhr dacht ich dann es geht los, die ganze Polizeistation stand stamm, aber es kam nur der Chef. Falscher Alarm. Die Polizisten haben dann festgestellt das mein Visum nicht mehr Gültig ist. Der Chef hat einen Zettel geschrieben und sie haben mich zum Immigration Office eskortiert. Der Polizist hat alles für mich geregelt, ich hätte so oder so kein Wort verstanden. Zum Glück hat das alles geklappt, alleine wäre das sicher nicht so abgelaufen. Ich kann auf keine Fall mehr als 2 Tage hier verbringen, Pakistan muss ich spätestens morgen betreten. Einen Plan B gibt es nicht. Mein iranisches Visum ist auch ausgelaufen. Ich hätte zwar noch genug USD um mich über Wasser zu halten, aber ein Pakistanisches Visum aus dem Iran zu beantragen ist so gut wie unmöglich. Jetzt sitz ich wieder im Auto und Warte, ich hab mich mittlerweile dran gewöhnt das fast jeder um mich herum eine Waffe trägt, es ist zur Normalität geworden. Dann haben sie mich gefragt wo ich noch hin möchte “SUPERMAKRT und POST” bitte. Ich brauch kein GPS wenn die Jungs bei mir sind, ich muss ihnen einfach hinterherfahren. Sie wissen wo alles ist, das ganze hat also doch einen Vorteil. Es ist mittlerweile 13.30 Uhr, ich warte immer noch, die Jungs gehen mir so langsam auf die Nerven, meine Geduld ist am Ende. Gestern sagte man zu mir um 7:00Uhr morgens gehts los, jetzt ist mittlerweile halb 2 nachmittags. Die haben vielleicht die Ruhe weg, ich nicht. Schnell geht hier gar nichts. Ich hab habe keine Lust mehr zu warten. Nachdem ich Druck gemacht habe und zu jeden hin bin und ihn zugelabert habe, hat sich endlich was getan. Es wurde telefoniert und organisiert, warum nicht gleich so, was haben sie denn die letzten 7 Stunden gemacht ??? Wir sind ein Stück aus der Stadt rausgefahren etwa 5km, dort haben wir an dem nächsten Polizeiposten angehalten. Weitere 30 Minuten wartete ich hier, es wurde wieder telefoniert. Ich bin dem Polizisten nun nicht mehr von der Seite gewichen, jedes mal wenn er mich anschaute, zeigte ich auf meine Uhr “NO TIME – HURRY” ich bezweifle, dass er auch nur ein Wort verstanden hat. Eine weitere Polizeistreife hat mich dann Richtung Grenze eskortiert, an einem Checkpoint haben sie mich an die nächsten übergeben. Aus den kleinen Polizeiautos sind mittlerweile große Geländewagen geworden, meist Toyota Hilux als pick up, hinten auf der Ladefläche sitzen 2 vermummte Soldaten. Ein Soldat sitz immer bei mir im Auto, meistens hat er ein halbautomatisches Gewehr bei sich. Die Waffen sehen sehr alt und benutz aus. Ich hab versuch mir mich den Jungs so gut es ging zu unterhalten, Ich merkte immer wieder das wir in einer anderen Kultur leben. Einer der Soldaten erzählte mir, dass er schon verheiratet ist, er ist 18, seine Frau 14!! Ich war sehr geschockt, im Iran ist es legal, dass Kinder mit 14 verheiratet werden. Die Grenze war natürlich schon zu, die Polizei in Mirjaveh übernahm die Verantwortung über mich. Sie brachten mich zu einem Hotel, ich machte ihnen deutlich klar, dass ich nicht im Hotel schlafen werden und kein Geld habe. Darauf hin telefonierten sie kurz und brachten mit dann zur Polizeistation, einer der Jungs ist Ingenieur und kann gut Englisch. Mit ihm habe ich mein eine weile unterhalten. Die Menschen hier sind sehr nett, sie sind ein bisschen besorgt um mich, aber sehr interessiert indem was ich mache. Der Polizeichef hat sogar seinen Sohn angerufen, nur dass er mit mir Englisch spricht. Ich habe ihn leider über das Handy ganz schlecht verstanden, so haben wir nur kurz telefoniert. Am Abend musste ich nochmal die Location wechseln, zu einer anderen Polizeistation, vor dieser habe ich dann die Nacht verbracht. Ich bin der einzige Tourist weit und breit, jeder der an meinem Auto vorbei ging blieb stehen uns hat es sich nochmal genau angeschaut. Naja vielleicht würde ich das auch machen wenn ein Auto mit Iranischen Kennzeichen in Deutschland stehen würde. Morgen soll es wieder um 7:00 Uhr losgehen, naja ich bin mal gespannt wie viel Uhr es wird. Auf der Polizeistation konnte ich aufs Klo und das Bad benutzen. Alles hier ist sehr heruntergekommen, ein Polizist hat nachts bei mir Wache gehalten. Am Abend habe ich noch mit Anne telefoniert – sie reist von Berlin nach Indien und ist schon in Islamabad. Sie hat mir Tipps und Infos für den Grenzübergang und die Fahrt nach Quetta gegeben. Wir werden uns in Islamabad treffen und gemeinsam den Karakorum Highway bis nach zur chinesischen Grenze fahren.

13. Januar 2017
Um 8.20 Uhr hat mich ein Polizei Auto abgeholt und zum Checkpoint gebracht, dort wurde ich vom Militär bis zur Grenze begleitet. Die Ausreise hat trotz abgelaufenem Visum ohne Probleme geklappt. Die Jungs machten noch Scherze und sagten immer wieder “Hitler good guy” und “me Neonazi”, wir sind kurz in die Politikschublade abgerutscht von Trump und Israel halten sie absolut nichts, Putin und Erdogan hingegen heissen sie hingegen gut. Ich hatte keine Lust auf eine Diskussion so nickte ich einfach und es ging weiter. Ich hab den Ablauf an der Grenze heute dokumentiert.

8:20am Eskorte zum Checkpoint
8.30am 10 Minuten auf die Eskorte vom Militär warten
9.00am Ankunft Grenze Iranische Seite
9.05am Überprüfung des Carnet de Passage, Militär hat immer noch all meine Dokumente
9.20am Personen & Passkontrolle – kein Problem das ich kein gültiges Visum mehr habe
9.25am Ausreisestempel Carnet de Passage
9.30am Ausreisestempel für Person und PWK im Pass
9.35am Grenzüberquerung nach Pakistan !
Die letzten 3 Wochen waren die wohl besten 3 Wochen auf diesem Trip, ich hab noch nie so eine Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erlebt. Ich bin ein komplett fremder für die Menschen hier und jeder kam zu mir und sagte “ Welcome to Iran, do you need help” die Leute sind so unglaublich freundlich. Es hat sicher auch viel mit der Iranischen Kultur zu tun. In den letzen 3 Wochen lernte ich so viele tolle Leute kennen, Ich wurde ständig eingeladen, ob zum Tee, Snack, Mittag oder Abendessen. Die Menschen haben mich zu Ihnen nach Hause eingeladen und mir einen Schlafplatz angeboten, obwohl sie mich gar nicht kannten. So etwas würde es in Deutschland nie geben, dort sind die Menschen viel zu sehr mit sich selber beschäftigt, haben zu viel Angst vor dem Fremden. Sie schauen aber nicht über den Tellerrand hinaus. Ich bin froh dass ich durch dieses Land gereist bin, ich habe so viel neues gelernt und wertvolle Eindrücke gesammelt wie sie nur hier zu finden sind. Viele Bekannte und Freunde haben mich komisch angeschaut, als ich sagte “Ich fahre durch den Iran“
“Du bist verrückt”
“Du spinnst doch”
“Dass ist doch viel zu gefährlich”
“Was willst du denn da? “
“Pass bloss auf dich auf “
Hätte ich gesagt ich fahre nach Spanien, hätte das vermutlich anders geklungen.
Woher kommt eine solche Abneigung gegen dieses Land ? Warum stufen wir den Iran automatisch als ein gefährliches Land ein?
Es ist Angst, die aus Unwissenheit entsteht, Angst vor einer anderen Kultur, über die man nichts, oder kaum etwas weiß. Die westlichen Medien verlieren kein gutes Wort über den Iran, hierbei muss man klar zwischen der Regierung und der darunter leidenden Bevölkerung unterscheiden. Das Wort “Iran” verbinden viele sofort mit Krieg und Terrorismus, nichts davon trifft zu. Ich hab mich immer sehr sicher gefühlt, es wurde immer danach geschaut das es mir gut geht. Eine solche Gastfreundschaft, muss man selbst erlebt haben damit man es glaubt. Der Iran ist sehr vielseitig, im Norden gibt es tolle Wander und Skigebiete, in der Mitte vom Iran kann man sich in der Sandwüste austoben, wer er lieber ein bisschen wärmer mag nimmt die Fähre auf ein der vielen Inseln im Süden des Irans und geniesst das warme Wetter. Es gibt günstige Flüge von überall in Europa nach Teheran – das Visum ist einfach zu bekommen, wer Fragen hat oder weitere Infos möchte, dem helfe ich gerne weiter. Ich kann es euch nur ans Herz legen hier her zu kommen, ihr werdet von der ersten Sekunde an begeistert sein.
Nun ist es an der Zeit mich von diesem faszinierenden Land zu verabschieden, es war sicherlich nicht das letze mal, dass ich hier war. Die 3 Wochen waren zu kurz, ich habe leider keine Möglichkeit länger zu bleiben, da mein Visum für Pakistan sonst verfällt. Ein neues pakistanisches Visum im Iran zu beantragen ist nicht möglich. So verlasse ich den Iran mit ein lachenden und weinenden Auge, ich freue mich auf meine Zeit in Pakistan, bin aufgeregt was mich dort erwartet.
Danke für den rießen Bericht über den Iran! Die Bilder sind ja mal der Wahnsinn!
Großartiger Bericht Ben! Ich habe die Zeit mit dir sehr genossen! Und ja, Indien und Nepal stehen noch an. Ich hoffe da sehen wir uns bald wieder! Hau rein!
Hey all.i live in india…i met dis guy(ben) in the valleys of himachal….dis guy trekks long distances at night with 5% visibility jst for a beautiful milky way photo of the stars…..dis guy is dedicated…he can even walk around the world….lol..im proud of catching u in d valley. . And im proud of meeting u too. jo boy…..
Hallo ich möchte auch in drei Jahren die Welt sehen kannst du mir bitte Mal schreiben was ich alles Brauch ganz lieben Gruß Marion aus Aurich (Ostfriesland)