Pakistan – überraschend anders
Ich war sehr aufgeregt und hatte ein ein wenig Angst, was erwartet mich hier, wie muss ich mir Pakistan vorstellen? Ich dacht sofort and Krieg, Taliban, Zerstörung, Armut. Zu Pakistan fallen mir keine positiven Sachen ein, ich weiß einfach zu wenig über Land und Leute, aber das soll sich heute ändern. Der Kilometerstand meines Autos zeigte genau 195021km an, als ich die Pakistanische Grenze überquerte. Die Grenzbeamten saßen in einem kleinen heruntergekommen Häuschen ohne Türe. Ich wurde sehr freundlich in Englisch begrüßt, meine Passdaten und Nummernschild wurden sorgfältig von Hand in ein Ringbuch eingetragen, dann wurde ich zur nächsten Station geschickt. Dort wurde mein Visum überprüft und ich bekam einen Personeneinreisestempel. Keine 10 Meter davon entfernt saßen 4 ältere Herren in Kreis und tranken Tee – nur ein Schild neben ihnen und die Mütze mit der Aufschrift “Custome Police” wiesen darauf hin das ich hier richtig bin. Bei einer Tasse Tee erzählte ich ihnen wer ich bin und was ich mache, sie machten keinerlei Anstände mein Auto zu durchsuchen, blieben sitzen uns unterhielten sich weiter. Pakistanischen Zoll erfolgreich gemeistert. Ich wurde zum nächsten Office gebracht, dort wurden wieder meine Passdaten, der Name meines Vaters und mein Nummernschild in ein Ringbuch geschrieben, dieses war speziell nur für Touristen. Der letzte Tourist ist vor 5 Tagen eingereist und kam aus England. Ich wurde nach meine Plänen und Reiseroute in Pakistan gefragt. Ein Levies wurde mir zugeteilt, einen Security, der für mich verantwortlich ist, er nahm auf dem Beifahrersitz platz und wir fuhren gemeinsam zum nächsten Station. Hier wurden wieder all meine Daten ein in Buch geschrieben und ich bekam meinen Einreisestempel für das Auto in das Carnet de Passage und meinen Pass. Alle Bürokritischen Hürden waren hiermit erledigt. Es war kurz nach 11 Uhr morgens, ich war mit 2 Levies unterwegs, einer im Auto vor mir sowie einer in meinem Auto. Der eine gab mir sein Handy mit dir bitte es zu laden bis wir am nächsten Checkpoint ankommen. Bevor wir losfuhren fragten er mich “60,80,100??” Ich meinte nur “120 no problem”. Kurze Zeit später bereute ich dieses Aussage, die Strassen in Pakistan sind schlecht, viele Schlaglöcher und Unebenheiten, dass hindertet das Polizeiauto aber nicht knapp 130km/h zu fahren. Ich war froh das ich ein Geländewagen habe. Wir passierten 2 Checkpoints, hier das selbe Prozedere. Passdaten, Nummernschild und Unterschrift, dann gehts weiter. Beim Dritten Checkpoint hatten wir eine Tasse Tee und ich bekam einen neuen Levies, ich hatte nun auch kein Auto mehr vor mir sondern konnte mein eigens Tempo fahren. Bis nach Dalbandin hatte ich 4 verschiedene Levies und passierte 8 verschiedene Checkpoints, bei jeden musste ich meine Daten in ein Buch schreiben. Auf der Strecke habe ich ein paar wilde Kamele gesehen. Der Unterschied zum Iran ist sofort sichtbar, den Menschen hier fehlt es an allem, sie leben in Lehmhütten ohne fließend Wasser oder Strom, Armut ist groß. Kinder spielen auf der Strasse mit Müll, Spielzeug gibt es keines. Überall in den Strassen Müll, wohin man schaut. Wieder musste ich dran denken wie verdammt gut wir es in Deutschland haben. In Dalbadin angekommen, brachten sie mich zu einem Hotel/Restraurant – dass wohl einzige für Touristen. Sie fragten nach meinem Pass, ich weigerte mich, ihnen meinen Pass auszuhändigen und machten ihnen klar das er bei mir bleibt. Es parkten noch 3 Autos mit Englischen Kennzeichen auf dem Parkplatz. Ein wenig später lerne ich Zaheer, kennen er fährt mit seiner Schwester und ihrem Mann nach Kashmir, sie kommen aus Pakistan, leben aber in London. Er spricht fliessend English und Urdu, dass war gut, denn nun hat er alles für mich geregelt. Essen bestellt, ihnen klar gemacht das ich meinen Pass behalte, so wie er selbst auch. Wenig später saßen bei Tee zusammen und tauschten unsere Erlebnisse auf der Strecke von Europa nach bis Pakistan aus. Strom gibt es hier nur ab und zu, der Chef Levies bat uns unsere Daten am Computer einzutragen solange der Strom noch da ist. Jetzt waren alle zufriednen, wir hatten unsere Pässe, das Hotel unsere Daten und wir fahren morgen alle zusammen nach Quetta. Um 8.30 Uhr soll es losgehen. Ich wäre gerne ein bisschen auf die Strasse gegangen, aber durfte leider nicht, seitdem 2014 zwei Touristen entführt worden sind lassen sie keinen mehr alleine auf die Strasse, schade aber ich bekomm bestimmt noch genug Gelegenheit dazu. Abends hat es angefangen zu regnen, alles waren froh über den Regen, das letzte mal hat es im Februar 2016 geregnet, dass fast ein Jahr her!


Ich habe schnell neue Freunde gefunden

Auf dem Weg von Dalbandin nach Quetta

Erste Eindrücke Pakistan

2 Levies
14. Januar 2017 – Dalbandin – Quetta
Am morgen ging es im Konvoi weiter, insgesamt waren wir 5 Autos, Die Polizei ist vor gefahren, dahinter folgten 3 Autos aus England, ich bildete das Schlusslicht und hatte noch einen Levies bei mir im Auto. Um 8:00 Uhr sollte es losgehen, Pakistanische 8:00 Uhr. Um 10 Uhr sind wir endlich los gekommen.
10:00 Uhr Checkpoint
11:30 Uhr Checkpoint
12:30 Uhr Checkpoint
12:55 Uhr Checkpoint – Levies Wechsel
13:20 Uhr Checkpoint – Levies Wechsel
13:45 Uhr Stop, die Strasse ist angeblich blockiert
15:22 Uhr Weiter
15:41 Uhr Checkpoint
16:00 Uhr Checkpoint – Levies Wechsel
16.30 Uhr Checkpoint
16.40 Uhr weiter
17.10 Uhr Checkpoint
17:35 Uhr Checkpoint, es liegt ein wenig Schnee
18:12 Uhr Checkpoint, es geht sehr langsam voran
18.30 Uhr Checkpoint, wieder warten die Strasse ist blockiert
20:45 Uhr Nach 2 Stunden Diskussion, ohne Levies auf eigene Faust los. Ich bin müde, schlecht gelaunt, angepisst. Die Levies sitzen da schauen Filme auf dem Handy, und kümmern sich um nichts.
20:50 Uhr an der Tankstelle nach einem anderen Weg gefragt
21:00 Uhr anderen Weg gefunden, dieses führt außen herum nach Quetta
22:30 Uhr Checkpoint Militär, warten
22:47 Uhr “Big Boss coming”
23:08 Uhr Auto durchsucht, Fragen über Reiseroute und Religion gestellt
00:35 Uhr Tee bekommen, warten auf die Polizeieskorte zum Hotel
Sobald ich dass Wort “Hotel” hörte, erwiderte ich, dass ich keine Geld habe und im Auto schlafen will. Als Antworte bekam ich folgendes zu hören:
“This is Pakistan, your sleeping in the Hotel – you will get fucked up in you car”
01.00 Uhr Ankunft im Hotel
Sobald wir auf dem Hotel Parkplatz standen habe ich mich sofort in mein Auto gelegt und zugeschlossen. 10 Minuten später, klopften ein paar Leute energisch an meiner Scheibe. Ich hab sie ignoriert und bin eingeschlafen. Ich habe kein Geld und Lust in einem Hotel zu schlafen, der Parkplatz ist im Innenhof des Hotels und hat 5 Meter hohen Mauern und eine massiven Stahltüre.
Die Strecke von Dalbandin nach Quetta beträgt 500km, hierfür habe ich 15 Stunden gebraucht, wenn das so weiter geht brauche ich ewig nach Islamabad. In Quetta schneit es und ist ziemlich kalt, es ist eben Winter.

weiter geht’s im Konvoi


Eigentlich wollte ich heute weiter fahren, dazu brauch ich aber das N.O.C (non-object-certificate). Heute ist aber Sonntag und die Behörden haben geschlossen, ohne dieses Zertifikat geht es nirgends hin. Ich muss also bis morgen warten, schöne Scheisse. Das Hotel will 800 Rupien pro Nacht für das, dass ich in meinem Auto auf dem Parkplatz schlafe. Nicht Optimal aber besser als ein teures Hotelzimmer allemal.

warten an der Polizeistation
Einer der Mitarbeiter des Hotel klopfte an meinem Fenster und ich wachte auf. Die Polizei kommt bald, um mich zum Homedepartment zu bringen, wo ich mein N.O.C bekomme. Um 10 Uhr waren sie dann endlich da und wir sind los. Es ist sehr kalt drausen und die Strassen sind Spiegel glatt. Krass in welchen Konditionen die Menschen hier leben müssen, das schockt einen. Pakistan ist das wohl am zurück gebliebeneste Land in dem ich je war. Das N.O.C ist eigentlich nur ein Zettel mit den Worten: Ich, Benjamin Gaisser aus Deutschland, reise in meinem eigen Auto von Taftan nach Bolan. Es dauerte 2h und ich musste zu 5 verschiedenen Personen, jeder setzte seine Unterschrift darunter und schickte mich zum nächsten. Der letzte Officer teilte mir dann mit dass ich die Stadt heute nicht mehr verlassen werden, die Zufahrtsstrasse nach Sukker ist teilweise wegen schweren Schneefall blockiert. So eine Scheisse, jetzt steck ich hier nochmal einen Tag fest. Sie haben das N.O.C für 2 tage ausgestellt. Zurück in Hotel informierte ich den Manager, dass ich jetzt bitte gehen möchte und mein N.O.C habe. Er stimmte zu und telefonierte, kurz darauf kamen die Levies und eskortierten mich aus der statt. Niemand wusste Bescheid das ich jetzt eigentlich noch nicht gehen darf. Glück gehabt. Die Strassen waren frei, aber am Tag zuvor sind viele Unfälle passiert. Viele Autos standen am Strassenrand, sie hatten einen Unfall oder steckten fest. Keins der Autos hier dürfte in Deutschland auf die Strasse, TÜV gibt es hier nicht. Dementsprechend ist der Zustand der Autos. Alles was noch fährt ist auch auf der Strasse. Die Polizisten waren sehr sehr langsam unterwegs was mich ziemlich nervte, ich teile ihnen mehrmals mit, dass sie schneller fahren sollen. Nur in Baluchistan brauche ich eine Eskorte, der Rest von Pakistan ist sicher genug um allein zu fahren. Ich war sauer als sie sagten, sie eskortieren mich bis nach Sukker. Es dauert einfach so viele länger mit Polizeischutz zu fahren. Ich bat sie nochmals schneller zu fahren, ich hab keine Lust mit 60km/h über eine leere Autobahn zu schleichen. Ich überholte sie und fuhr mein eigenes Tempo, sie konnte oder wollten nicht dranbleiben und ich verlor sie. In Sukker angekommen fragte ich bei einem Hotel nach, ob ich die nacht auf dem Parkplatz verbringen kann. Natürlich bezahle ich auch dafür. Ich durfte nicht, anstatt dessen bat er mir ein Hotelzimmer zum Preis von 7000 rupee an, ich lachte ihn aus und ging. Draussen vor dem Hotel hing ein Schild mit der Aufschrift “Zimmer 2000 rupee”. An einer nahegelegenen Tankstelle verbracht ich die nacht. Der Shopbesitzer hatte ein Auge auf mich.

Strasse nach Sukker

Ich hatte immer noch keine Pakistanischen Rupien, bis Quetta hat Zaheer mich immer eingeladen und alles für mich geregelt. Jetzt bin ich das erst Mal auf mich alleine gestellt. Ich machte mich auf die Suche nach einem Geldautomaten, zu meiner Überraschung funktionierte keine meine Karten – weder meine deutsche / neuseeländische Mastercard noch Maestro. Ich versuchte es bei 5 verschiedenen Banken, hatte aber kein Glück. Die Mitarbeiter der letzten Bank waren super nett und halfen mir. Wir gingen zusammen zu einer nahegelegen Wechselstube, leider war die noch geschlossen. “Kein Problem” nach kurzen Telefonat teilte er mir mit das der Besitzer gleich kommt und ich mein Geld wechseln kann. Tatsächlich, nach 15 Minuten tauchte der Ladenbesitzer auf und ich konnte meine USD in Rupees wechseln. Ich war froh das ich noch USD dabei hatte. In den Strassen war es dreckig, überall Menschen und Motorräder, ein dichter grau gelber Smog zog sich über die ganze Stadt. Schwer vorstellbar wie Menschen so leben können oder eben müssen, oft bleibt ihnen keine andere Wahl. Nachdem ich vollgetankt hatte, war ich startklar. Der Traum vom günstigen Diesel ist vorbei, 75 Rupien kostet der Liter in Pakistan. Glücklicherweise hatte ich im Iran nochmal alle meine Kanister aufgefüllt. Ein Grossteil des Diesel, den sie in Pakistan verkaufen kommt aus dem Iran. Er wird in grossen Mengen über die Grenze geschmuggelt. Ich fragte mich wie man einen ganzen Tanker mit tausenden von Litern Diesel einfach unbemerkt über die Grenze bekommt. Korruption. Korruption ist überall gegenwärtig, sie zieht sich durch alle Kreise der Regierung bis hin zum kleinen Strassenpolizist. Nichts funktioniert ohne. Ich schaffte es an diesem Tag nicht mehr bis nach Multan. An einer Tankstelle fragte ich ob ich hier schlafen kann. Ich war sofort das Thema an der Tankstelle, jeder wollte mich sehen und alle standen im Kreis um mein Auto herum. Für die Teenager hier war ich der erste Toruist in ihrem Leben. Verrückt. Einer der Jungs konnte ein bisschen Englisch, er will später bei Militär arbeiten. Im Shop kaufte ich mir ein Eis, 110 Rupien stand auf dem Preisschild, der Verkäufer versuchte es doch glatt mit dem doppelten Preis. Es war kurz vor Mitternacht als ich ein klopfen ein meiner Scheibe bemerkte. Die Polizei war ein bisschen besorgt um meine Sicherheit und bat mich die Nacht an der nahegelegenen Polizeistation zu verbringen.

Strasse nach Lahore
Heute wollte ich bis Lahore fahren, von Multan sind es ca. 7h fahrt. Die Polizei wollte mich wieder eskortieren, ich fuhr einfach davon. Ich habe keine Lust auf noch mehr langsame Eskorten. Es nervt. Es herrscht ein rießen Unterschied zwischen dem Verkehr in Deutschland und Pakistan. Es scheint als gibt keine Verkehrsregeln, die Strasse teilte ich mir mit Kamelen, Pferden, Eseln, Autos, LWK’s, Fahrrädern und gefühlt einer Million Motorrädern. Meine Hupe und Fernlicht warn im Dauerbetrieb, die Menschen hier fahren wie die Idioten. Lässt man auch nur die kleinste Lücke zum Vordermann, quetscht sich ein Motorradfahrer durch. Überholt wird generell auch bei Gegenverkehr und in Kurven ohne Sicht, einfach Lichthupe geben und der andere muss ausweichen. Es ist wahnsinnig. Autofahren in Pakistan ist extrem ermüdend, da man sich zu 200% konzentrieren muss, jeder Zeit könnte sich ein Motorradfahrer im Totenwinkel befinden. Ich lernte schnell keine hektischen Fahrbewegungen zu machen. Unzählige Unfälle säumten den Weg nach Lahore, meistens waren Biker darin verwickelt. Die Autobahn in Pakistan ist nur teilweise ausgebaut, im Gegensatz zu den normalen Strassen ist es super entspannend hier zu fahren. Keine Kühe, keiner Motorräder und vor allem keine komplett überladenen LWKs auf den Strassen.Die ersten 80km sah ich kaum andere Autos, das liegt auch daran das die Autobahn etwas kostet und die anderen Strassen kostenlos sind. Von Gorja aus gelangte ich in 3h in Lahore. Die Dämmerung setzte ein, ich hasse es im Dunkeln zu fahren. Eine Strassenbeleuchtung ist in Pakistan nicht vorhanden und die meisten Leute fahren mit Fernlicht, was es unglaublich schwer macht sich auf die Strasse zu konzentrieren. Ich war ziemlich schlecht gelaunt als ich bei einem Fastfood Restaurant anhielt. Der Kellner war nett und hatte ein gutes Englisch. Er gab mir das Menu und stand bestimmt 5 Minuten neben mir, bis ich ihm mitteilte das ich ein wenig Zeit brauche. Er freute sich riesig als er hörte, dass ich aus Deutschland komme. Ich muss unbedingt seinen Chef kennenlernen er sei auch Deutsch, meinte er. Ich konnte es nicht so ganz glauben, aber als ich das Büro betrat, begrüsste mich ein Pakistaner in akzentfreien Deutsch. Ich war sehr überrascht und musste grinsen, Lahore ist eine Stadt mit 20 Millionen Einwohnern und ich habe das Glück ihn hier zu treffen. Butt ist ein super netter Mensch, er erzählt mir seine Geschichte. Er ist in den 70ziger nach Deutschland um dort zu studieren und ist danach zum arbeiten geblieben. Er lebt nun mit seiner Familie seit 38 Jahren in Bielefeld, hat dort mehrere Geschäfte. “Ich mache alles für Deutsche, ich werde nie vergessen, dass Deutschland mir damals geholfen hat und das alles ermöglicht. Ich möchte dass nun zurück geben, fühle dich wie zuhause. Du bist eingeladen” Bei unserem Gespräch erfuhr er das ich Probleme mit der Auto habe. Er schickte einen seiner Mitarbeiter los um mein Auto in die Waschanlage zu bringen. Es war von oben bis unten verdreckt und kein Mechaniker würde so etwas sehen. Danach sind wir zusammen zu einem Mechaniker, dieser meinte das Problem liegt an der Spureinstellung. Ich versuchte ihm zu erklären das dies nicht das Problem ist, sie überprüften es und es stellte sich heraus das ich recht hatte. Er entdeckte ein Problem an der Sprungfeder – morgen Mitttag kann er das reparieren. In Butt seinem Restaurant konnte ich umsonst essen. Im Hinterhof den Restaurants konnte ich in einem kleinen Klo duschen. Es war ein kleiner Raum mit Loch im Boden, einem grossem und einem kleinen Eimer, so duscht man in Pakistan. Es war der 8te Tag ohne Dusche und mir war es mittlerweile echt egal wo ich dusche. Die Nacht verbrachte ich auf dem Parkplatz vor dem Restaurant. Was ein Glück das ich Butt kennengelernt habe. Er fliegt morgen zurück nach Bielefeld, ich bin hier aber jederzeit Willkommen und jeder weiss bescheid und wird sich im mich kümmern.

Familie Butt


Die Jungs aus der Küche
Im Internet googelte ich nach Nissan Händlern und fand zwei in der Nähe. Es stellte sich aber heraus das es ganz normale Werkstätten waren, sie hatten nur ein Schild mit der Aufschrift “Nissan”, ganz normal in Pakistan. Soglangsam gewöhnte ich mich auch an den Verkehrt, jetzt kann ich endlich fahren wie ich will und bekomme keine Strafe dafür und falle vor allem auch nicht auf. Am frühen Nachmittag brachte ich mein Auto in die Werkstatt, ich vereinbarte einen Festpreis von 1500 Rupien (15Euro). Etwa 2 Stunden später war mein Auto fertig aber das Problem immer noch nicht gelöst. Der Mechaniker schraubte noch ein bisschen daran rum, machte einen Ölwechsel und reinigte meinen Luftfilter – aus dem gefühlt 1kg Sand kamen. Morgen fahre ich nach Islamabad wo ich mich mit Anne treffe, wir werden die nächsten Wochen zusammen reisen. Ich freue mich auf Gesellschaft auf dem Karakorum Highway.

Meine Werkstatt
Ich verabschiedete mich von Butt, und machte mich auf dem Weg nach Islamabad, genauer gesagt Rawalpindi wo ich mich mit Anne traf. Ich holte sie bei ihrem Couchsurfing host ab und wir machten uns auf die Suche nach einen günstigen Hotelzimmer. Im “National City Hotel” wurden wir fündig. Für 2500 Rupien (23Euro) bekamen wir ein dezent versüfftes Zimmer mit kalter Dusche. Anne war das Bett zu dreckig, 2 mal kam ein Mitarbeiter und wechselte das Bettlaken. Zusammen erkundeten wir die Stadt, es war des erste Mal für uns beide das wir wirklich alleine, ohne Security unterwegs waren. In einer Bäckerei schenkte uns der Besitzer eine Art Pizza, einfach nur weil wir Touristen sind. Mit einer Frau zu reisen ist vllt. gar nicht so schlecht, Anne zieht die meiste Aufmerksamkeit auf sich, so lassen die Leute mich in Ruhe. Ich kaufte 1 Kilo getrocknete Datteln für 2 Euro. Auf den Strassen herrschte reges Drängen, jeder verkaufte etwas anderes. Ich fühlte mich mal wieder wie im Zoo, jeder schaut dich an und will etwas von dir. Ich versuchte nochmals Geld abzuheben, dieses mal hatte ich Glück, es funktionierte. Morgen fahren wir auf den Karakorum Highway, ich bin gespannt was uns erwartet.

We love Pakistan

Markt in Rawalpindi


Schafskopf / Füße

Gleich nachdem wir Aufwachten wollte auch schon irgendwer ein Selfie mit uns. Wir frühstückten im Restaurant und machten uns dann auf dem Weg. Am ersten Polizeiposten stoppen sie uns, nach kurzer Diskussion konnten wir ohne Eskorte weiter fahren. Allerdings heftet sich kurz danach ein Polizeiauto an unsere Fersen. Ich dacht ich bin die endlich los. Ich fuhr an den nächsten Checkpoints einfach vorbei. Die Levies hängte ich in den Bergen auch ab und wir waren wieder alleine unterwegs. Es ist einfach nicht das gleiche wenn ständig ein Polizeiauto mit Blaulicht vor-oder hinter einem fährt. Jeden Tag sehe ich neue verrückte Dinge auf den Straßen Pakistans, heute einen halbe Kuh im Schubkarren.Die Menschen hängen immer noch an Autos, aber daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Der Verkehr ist Mittlerweile weniger geworden und die Landschaft immer schöner. Mehr grün, weniger Müll, die Luft wird besser. In Besham sind wir ausersehen vorbeigefahren und haben die Nacht dann in Patan verbracht. Die Polizei wollte uns wie immer ins Hotel bringen. Wir machten ihnen wieder klar das wir nicht ins Hotel möchten und sie nahmen uns mit auf die Polizeistation. Als wir im Restaurant etwas Essen waren, erregten wir die Aufmerksamkeit den ganzen Dorfes. Bestimmt 100 Leute beobachteten und uns warteten vor dem Restaurant auf uns. Ein lustiges Bild. In der Polizeistation bat uns der Chef sein zimmer an. Ich fühlte mich nicht gut und schlief 3h Stunden. Das Zimmer war schön eingerichtet, ein Bett und Fernseher, 2 Heizungen. Strom gibt es nur zu bestimmten Uhrzeiten, von 19-22 Uhr gab es keinen.

Die ersten Touristin im Dorf seit langem

Am Morgen fragte mich der Chef ob ich duschen möchte, ich überlegte erst weil ich keine Lust auf einen kalte dusche hatte. Stimmt aber dann zu. Er brachte mich zum Friseur der Stadt – hier gibt es 2 Warme Duschen. Ich denke viele Menschen haben keine eigene warme Dusche zuhause. Zurück an der Polizeistation bekamen wir Frühstück, Tee, Milch, Nan, Sahne und getrocknete Nüsse und Früchte. Bis um 12Uhr nachmittags chillten wir dort noch, dann machten wir uns auf den Weg. Bis nach Gilgit sind es noch ca. 8 Stunden fahrt – 350km. Die Strasse führte uns direkt am Berg entlang, auf der einen Seite der Abgrund auf der anderen Seite das Bergmassiv. Auf der Fahrbahn lagen immer wieder Steine. Ich hoffe mir fällt keiner aufs Auto. Mittlerweile haben wir wieder eine Polizeieskorte bekommen, Ich bat sie darum hinter uns zu fahren. Dann muss ich sie wenigstens nicht sehen und kann mein eigenes Tempo fahren. Ab und zu hängten wir sie ab. Ich glaubte meinen Augen kaum als ich einen Truck mit Deutschen Kennzeichen sah. Jonas, Moritz und Lukas sind mit einem alten Feuerwehrtruck unterwegs und fahren um die Welt. Richtig coole Aktion, sie kommen aus Karlsruhe. Wir unterhielten uns ewig, sie sind auf Rückweg und fahren über die Stan Länder wieder nach Deutschland. Wir tauschen Kontakte aus und machten uns wieder auf den Weg. Es war schon Dunkel als wir in einem kleinen Bergdorf namens Chilās ankamen. Wir erkundigten uns nach einem Restaurant mit Dahl und weniger später hatten wir etwas zu essen. Der nette Pakistani der uns das Restaurant zeigte lud uns auf dein Essen ein. Auch bat er uns an die nacht bei ihm zuhause zu verbringen. Auf der Strassen verloren wir ihn leider, wir warteten am Auto aber fanden in nicht mehr. Kurz danach sprach uns die Polizei an und wollte uns zum Hotel bringen. Wir einigten und darauf das wir mit ihnen zur Polizeistation kommen, womit sie einverstanden waren. Die Landschaft ist Mittlerweile super schön geworden, das Wasser im Fluss hat eine tief türkische Farbe. Die Strassen sind mässig bis schlecht, immer wieder nicht asphaltiert und mit grossen Schlaglöchern. Autofahren ist sehr anstrengend hier, nach 4-5 Stunden Fahrt bin ich kaputt.




wunderschöne Bergstrassen

Alltägliche Markleben in einem der Dörfer
Ich steckte gerade meinen Kopf aus dem Auto und schon standen 4 neugierige Pakistanische Polizeibeamten vor mir. Das ist so eine Sachen mit den Pakistanis, sie stehen da halt und schauen dir zu. Es kann noch so langweilig uns simpel sein was du machst, für sie ist das interessant. Wir machten ein Abschiedsfoto und machten uns auf den Weg nach Gilgit. Ein Polizeibeamter eskortierte auf seinem Motorrad aus der Stadt. Die Strasse wurde besser und Anni und Ich freuten uns, 1 Stunde später erreichten wir Gilgit. Mit ein bisschen Verhandlungsgeschick bekamen wir für 2000 Rupee ein Zimmer mit Frühstück im Embassy Hotel Gilgit. Es gibt einen kleinem Gasbrenner in der Mitte des Zimmers, ihn kann man entweder als Heizung oder als Brenner benutzen. Der Gasschlauch führt von Gang, durch die Zimmertüre zum Brenner hin. Das Hotel hat Wifi und so versanken wir ein paar Stunden in die Welt der Social Media. Als der Strom ausging erwachten wir wieder in der Realität. Wir brachten unsere Dreckwäsche in die Wäscherei 640 Rupien für eine Kiste voll Klamotten. Teuer. Auf dem Rückweg holten wir uns Dahl mit Roti für 200 Rupien.

Die sind ganz nett, auch wenn sie nicht so aussehen

Gilgit City

Jeder freut sich uns zu sehen
Die Dusche heute morgen war mehr oder weniger warm. Geduscht habe ich mit 2 Eimern, der Duschkopf ging nicht. Mir ging es deutlich besser als die Tage zuvor, Ich weiss nicht womit ich mir den Magen verdorben hab. Die Wäsche war noch feucht als ich sie holte. Ich packte das Auto und wir machten uns auf den Weg nach ins 50km entferne Karimabad. Die Strasse is immer noch super. Leider hab ich eine kleine Ziege überfahren, ich konnte nicht mehr ausweichen. Es ist echt gefährlich hier Auto zu fahren, immer wieder liegen ganze Felsbrocken auf der Strasse. Auf halbem Weg stand ein Auto das wohl von einem Grossen Fels getroffen wurde, es war komplett zerdrückt. Hat mir ein bisschen Angst gemacht. Wir passierten ein paar Polizeicheckpoints und erreichten Karimabad am frühen Nachmittag. Es gefällt mir hier super, Karimabad ist von Bergen umgeben – die Sicht klarte ein bisschen auf die Sonnen kam heraus und es zeigte sich die wahre Schönheit der Umgebung. Auf dem Parkplatz der Schule kochte ich mir Bratkartoffeln mit Zwiebeln (die waren etwas süß) dazu gab es Gurkensalat. Endlich mal wieder “westliches Essen”. Mein Magen hat das dringend gebraucht. Die Kinder spielten Cricket und Fussball, ich lag in meiner Hängematte und genoss die Aussicht. Als die Sonne unter ging wurde es ziemlich kalt. Karimabad liegt 1700 meter Hoch. In den Sommermonaten ist viel Tourismus in Karimabad, vorallem Pakistani kommen in die Berge um die Ruhe zu geniessen. Im Winter ist es sehr ruhig, kaum Touristen. In einem Secondhand Shop habe ich warme Wanderkleidung gekauft. Anne ist ein einem kleinen Hotel für 1000 Rupie untergekommen. Ich parkte mein Auto direkt davor und schnorrte so noch ein wenig Wifi.

Die Ruhe und den Ausblick geniessen





Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Pasu, die Strecke wurde immer schöner, die Berge immer höher und der Ausblick immer genialer. Das Wetter war immer noch nicht optimal, ziemlich bewölkt. Auf dem Weg passierten wir 4 Tunnel – Pakistan/China Freundschafts Tunnel 1-4. Kurz danach sieht man auf der rechten Seite einen See. Ein Stück einen Hauses schaute noch aus dem Wasser. Ein Fluss fliesst durch das Tal, durch ein Erdrutsch staute sich Wenn man nach Pasu fährt sieht man direkt den Gletscher, wir haben ein kleine Wanderung zum Fuss des Gletschers gemacht. Es war eine geniale Erfahrung auf einem Gletscher zu laufen, so unvorstellbar viel Eis. Im nahegelegenen Hotel trafen wir einen älteren Dorfbewohner ca. 70 Jahre alt. Er erzählt uns das war 2 mal auf dem K2, dem 2t höchsten Berg der Welt war. 8.600meter. Wir parkten das auto auf dem Hotelparkplatz, sie luden und auf einen Tee ein. Im Sommer ist sehr viel los auf dem Karakorum Highway, jetzt im Winter fast nicht. Die Grenze nach China ist geschlossen. Das Hotel war nur offen weil gestern hochrangige Polizeibeamten zum jagen hier waren. Sie haben einen Hibek (Steinbock) erlegt. Eine Jagdlizense kostet $3.000 USD. Nur reiche Pakistanis und Touristen leisten sich solche Vergnügungen. Um ein “Blue Sheep” zu erlegten muss man $7.000 USD hinlegen. Die Hotels in Pasu kosten 3000 Rupien (30euro) die Nacht. Wir fuhren zurück nach Hunza. In Ali Abbad entdecken wir beim einkaufen einen Supermarkt der Olivenöl und Nutella hatte. 7 Euro für 500ml Olivenöl. Krass. Aber Original Olivenöl aus Italien. Wegen der Kälte war das Öl und Nutella hart. Im Rainbow Restaurant fragte ich nach heissem Wasser. Auf der Strasse sprach mich Daniel an. Er studiert Film in Pakistan und ist im momentan in den Bergen für ein Projekt. Im Restaurant aßen wir zu Abend, für mich gab es Nan mit Nutella – ein bisschen Heimat. Anne ist mit Daniel und seinem Kumpel im Hotel untergekommen, Ich habe auf dem Parkplatz im Auto geschlafen. Die Strasse zur Grenze ist zu, es hat zu viel geschneit und ist sehr glatt. Ich will die Grenze unbedingt sehen, ich werde warten die Strasse wieder offen ist. Es is die höchste Grenze der Welt, dass lass ich mir nicht entgehen.


Der Patrol und ich fühlen uns wohl hier


links im Bild Pasu Gletscher




beeindruckende Eismassen
Nach einen kurzem Frühstück im Rainbow Hotel machten wir uns auf dem Weg nach Sost, dass Wetter war viel besser als beim letzen mal. Die Sonne zeigte sich ab und zu mal, der Ausblick auf den Pasu Gletscher war genial. Wir fuhren durch viele kleine Dörfer, die Menschen leben in Häusern aus Stein. Manchen haben Solarzellen auf dem Dach, andere haben gar keinen Strom, gekocht und geheizt wird mir Gas. 1kg Gas kostet etwa 160 Rupien, dass ist Verhältnismässig teuer. Die Strasse bis nach Sost war angenehm zu fahren, auf der Brücke machte ich ein paar Fotos, da kam auch schon ein Polizist angerannt und pfiff auf seiner Trillerpfeife. Naja die Fotos waren schon im Kasten und wir fuhren weiter.




In Sost angekommen entschied ich mich, auf Grund des guten Wetters Richtung Khunjerab zu fahren. Wir passierten einen Checkpoint, sie erkundigten sich wohin wir wollen. Fotos machen und die Gegend anschauen. Die schmale Strasse führe direkt am Fels entlang, es lagen wieder viele Steine auf dem Weg. Ein paar mal mussten wir anhalten und sie aus dem Weg räumen. Eine Yak Herde kam uns entgegen, ich hatte davor noch nie Yaks gesehen. Sie sehen aus wie kleine Bullen mit langen zotteligen Haaren. Auf teilen der Strasse lag sehr viel Schnee, mein Auto war gerade so hoch genug. Ich hörte wie das Eis unten am Auto kratzte. Der zweite Checkpoint war der Eingang zum Khunjerab National Park, für Pakistanis kostet es 40 Rupien, für Touristen satte 800 Rupien Eintritt.





Mittlerweile war die Strasse mit einer 10cm dicken Schneeschicht überzogen, es wurde deutlich kälter. Erst nachdem ich dem Ranger erklärt hatte das ich Schneeketten und Allrad habe durften wir passieren. Keine 20m dahinter ist der nächste Checkpoint gewesen, dieses mal von der Polizei. Es wurden Fotos von uns gemacht und die Passdaten abgeglichen. Ich hab unsere Pässe und Visa 20mal kopiert, dass kürzt das Prozedere um einiges ab. Zur Grenze dürfen wir nur in Begleitung eines Polizisten, die Strecke ist um dieses Jahreszeit, auf Grund von Eis und Schnee, sehr gefährlich zu fahren. Das Auto war voll und so legte sich der Polizist hinten ins Bett. Karim ist ein netter Typ, ich schätze ihn etwa auf 40 Jahre. Er wurde ausgewählt weil er am besten Englisch spricht, sein English ist nicht wirklich gut aber es reicht aus um sich ein bisschen zu verständigen. Ich hatte schon lange nicht mehr so einen Spass Auto zu fahren, die Strecke ist Atemberaubend. Ich lies Anne Streckenweise fahren und packte die Drone aus. Die Aufnahmen sind Atemberaubend.
Was die Polizisten mit “dangerous” meinen, stellte sich als Gefrorener Wasserfall heraus. Die ganze Strasse war mit einer 20-30cm dicken Eisschicht überzogen. Ich tastet mich langsam vor, das Auto rutschte zwar ein bisschen aber es ging alles gut. Etwa 2km vor der Grenze legte ich Schneeketten an, kurz danach blieben wir in einer Schneeverwehung stecken. Stellenweise lagen bestimmt 60cm Schnee, da half auch 4×4 und Schneeketten nichts mehr. Das Auto stecke fest und wir mussten graben. Auf ca. 4500m ist das ganz schön anstrengend, mann kommt sehr schnell aus der Puste. Es war bitter kalt -20 grad. Ich hab keine Schaufel dabei so haben wir Küchenbretter genommen und damit den Schnee geschaufelt. 30 Minuten später war das Auto wieder frei, und wir setzen unsere Fahrt zur Grenze fort. Es war ein überwältigendes Gefühlt, ich bin an der höchsten Grenze der Welt (4693m), auf dem höchsten asphaltierten Highway der Welt, auch der höchste Geldautomat der Welt steht hier. Die Chinesischen Grenzsoldaten freuten sich uns zu sehen, waren aber auch ein wenig verwundert was wir hier machen, denn die Grenze ist über den Winter 3 Monate geschlossen. Die Chinesen haben einen Prachtbau an die Grenze gesetzt, Pakistan hat sich keine Mühe gemacht und die Grenze von ihrer Seite aus nicht gesichert. Keiner von ihnen Sprach auch nur ein Wort English, sie schenkten mir ein Chinesisches Red Bull und wir machten viele Fotos. Etwa 30 Minuten waren wir an der Grenze, dann mussten wir uns auf den Rückweg machen. Roger der Boss sagte uns wir sollen spätestens um 16.00 Uhr an der Grenze losfahren. Die Berge sind wunderschön, wir hatten Glück, dass das Wetter so gut mitspielte.

Auf dem Weg zur Grenze

Der Khunjerab Pass im Winter

Das Thermometer sinkt weiter unter -20 Grad


Kein vorankommen ohne Schneeketten

Chinesische Grenzsoldaten

Die höchste Landesgrenze der Welt China / Pakistan



Der höchstgelegene Geldautomat der Welt

Um kurz vor 18.00 Uhr kamen wir an der Polizeistation an. Roger hat sich schon Sorgen gemacht wo wir sind. Er hat uns eingeladen die Nacht auf der Polizeistation zu verbringen. Die Jungs sind alle super nett, ein paar sprechen ein bisschen Englisch. Roger gehört zur vierten Generation der Königsfamilie in Hunza. Früher wurde die Gegend von 2 Königen regiert, einer in Hunza und einer in Nager. Ich machte Gurkensalat als Beilage zum Essen, es gabs Yak Fleisch in einer leckeren Soße dazu Reis. Das Fleisch war super zart und hat sehr lecker geschmeckt. Dann packte Roger sein Alkoholvorrat aus, wir tranken erst chinesischen Brandy, dann Bier und Arak. Den ganzen Alkohol bekommt er von seinen chinesischen Freunden an der Grenze. Ich war mega happy, das ist der wohl beste Tag in Pakistan gewesen. Den ganzen Abend saßen wir bei Roger im Zimmer und haben getrunken. Die Menschen in Gilgit Baltistan sind von der Wahl ausgeschlossen, die Jungs haben mir versucht den Zusammenhang zischen dem Kaschmirkonflikt und der Wahlsperre zu erklären. Was ich verstanden haben ist, dass wenn Indien und Pakistan den Kaschmir Konflikt beenden dann dürfen die Menschen in Gilgit – Baltistan auch wählen. Die Menschen in der Hunza Region sind sehr offen und liberal, Frauen haben Zugang zu Bildung und tragen kaum Kopftuch. Die Männer brauen ihren eigenen Schnaps und Wein selbst. Der Wein ist nicht gefiltert und schmeckt ein bisschen wie Apfelmost. Wir haben bei Roger im Zimmer geschlafen, er hat Anne sein Bett überlassen und wir haben uns auf den Boden gelegt.


Abendessen auf der Polizeistation

Mein erstes Bier in Pakistan

Roger hat die ganze Nacht laut geschnarcht, ich wachte um 7 Uhr auf und versuchte das Auto zu starten. Nichts ging, die Temperatur sank nachts auf – 15 Grad und der Diesel ist angedickt. Die Jungs halfen mir uns wir kippten heisses Wasser über die Dieselpumpe – wir machten ein kleines Feuer unter dem Dieseltank. Nach 1h Stunde sprang das Auto an, für ein paar Minuten qualmte es Schwarz dann war alles wieder ok. Ich hab das Auto angelassen. Der Diesel in den Kanistern war fast gefroren. Die Jungs teilen sich meist mit ein Zimmer zu zweit oder dritt. Es gib keine Heizung, jedes Zimmer hat einen kleinen Kohleofen, der macht gut warm. Darauf steht ein grosser Eimer mit Wasser damit die Luft nicht so trocken ist. Fliessend Wasser haben sie im Winter auch nicht, sie holen das Wasser bei -15 grad aus dem Fluss neben der Polizeistation. Der Strom funktioniert über einen Generator den sie von 17-22 Uhr laufen lassen. Nur Roger, der Boss, hat Solarzellen auf seinem Häuschen und damit fast immer Strom. Zum Frühstück machten wir uns Omeletts mit Zwiebeln.

Je 2 Polizisten teilen sich ein Zimmer

Der Fluss dient als Trinkwasserquelle

Tiefster Winter im Norden Pakistans

Wir machten uns auf den Weg nach Hunza. Das Auto hatte immer wieder kleinere Aussetzer, ich hoffe das hört auf wenn die Temperaturen wieder steigen. In Hunza haben wir einen Kleinigkeit im Restaurant Rainbow gegessen. Der Besitzer freut sich uns wieder zu sehen. Am späten Abend kamen wir in Gilgit an. Vorbei war die Ruhe und die leeren Strassen. Nachts ist es extrem anstrengend zu fahren, die hälfte der anderen Verkehrsteilnehmer hat kein Licht oder es ist kaputt. In einem Hotel fragte wir nach Wifi und Anne kontaktierte einen Couchsurfing Host mit dem sie schon zuvor in Kontakt war. Raja holte uns ab und wir fuhren zu seinem Haus. Die Gassen wurden immer schmäler, was für sein kleines Auto kein Problem war. Für den Patrol hingegen schon, es war abenteuerlich in den Gassen. Ich hatte links und rechts etwa 5cm Platz und musste gleichzeitig noch um 30cm tiefe Schlaglöcher herum manövrieren. Die Gassen wurden mir zu Eng und ich parkte mein Auto vor einem Haus. Raja wohnte nicht weit und wir gingen zu Fuss. Die Ganze Familie und Verwandtschaft war gekommen um uns zu sehen. Es war Essenszeit, Chicken in einer leckeren Soße mit Biryani Reis, Salat und Nan. Raja und seine Frau sprechen nicht gut Englisch, die Kinder hingegen schon. Ich erklärte ihnen das ich mein Auto nicht in der Gasse stehen lassen möchte, seine Verwandtschaft lud mich zu sich ein. Sie wohnen im Stadtzentrum von Gilgit und haben einen großen Parkplatz. Richtig der Parkplatz ist groß, aber das Tor ist sehr schmal. Ich hab bestimmt vier Anläufe gebraucht um durchzufahren. Die Familie hat schönes Haus in der Stadt mit einem kleinen Garten. Sie wohnen zu fünft hier, Mutter, Vater, zwei Söhne und eine Tochter. Das Haus ist nett eingerichtet, sie haben ein Sofa und eine Couch und Betten.

Ausflug mit den Kids

Abendessen mit der Familie

Ausflug mit den Kids
Nach 2 Tagen verabschiedete ich mich von der Familie und machte mich auf den Weg nach Skardu. Ich musste mal wieder tanken, die Bergstrassen fressen mir regelrecht den Tank leer. Die Spritpreise liegen in den Bergen um die 75-80 Cent der Liter. Die Strasse nach Skardu war abenteuerlich, einspurige und schlecht asphaltiert. Sie wurde direkt in den Fels gebaut, auf der anderen Seite ging es steil nach unten zum Fluss. Zum Glück hatte ich wenig Gegenverkehr, ich passierte 2 Checkpoints und nach 4 Stunden Fahrt kam ich in Skardu an.

Willkommen in Baltistan

Abendteuer pur nach Skardu

Abgeschnittenes Dorf auf der anderen Flussseite

Haus in den Bergregionen
Ich sah eine Tankstelle mit der Aufschrift “internet Facilities” perfekt. Die Jungs an der Tankstelle gab mir das Wifi Passwort und ich konnte ins Büro sitzen. Das Wifi ist sehr langsam in Skardu es gibt noch kein 3G hier. Ich erkundigte mich nach einen guten Restaurant, im Shanghai Motel bestellte ich mir irgendwas mit Chicken. In 30 Minuten ist es fertig. Ich bin solange ins Internet Cafe, ein kleiner kalter Keller ohne Heizung in dem 4 Computer stehen. Wifi gibt es hier auch – für 30 Rupien/30 Cent die Stunde. Ich hatte die Hoffnung, dass das Internet hier schnell ist, wurde aber schnell vom Gegenteil überzeugt. 40kb/s. Das Essen, dass ich bestellt hatte entpuppte sich als sehr leckeres aber fettiges Chicken Curry. Ich kaufte noch Eier und Zwiebeln, die Zwiebeln hab ich sogar geschenkt bekommen. Er lachte nur und sagte irgend was in Urdu zu mir und winkte ab als ich ihm Geld hinstreckte. Es ist nicht viel Verkehr in Skardu, nur in der Stadtmitte staut es sich ein wenig. Hier regeln 3 Polizisten mit Trillerpfeifen den Verkehr. Zum schlafen bin ich wieder an die Tankstelle gefahren, die Jungs haben extra ihnen Boss angerufen, dieser kam dann und hat das Wifi nochmal angemacht. Sie freuen sich das ich da bin, endlich mal was interessantes. Vor allem an meinem Auto sind sie sehr interessiert.

Die Jungs von der Tankstelle
Gegen 11 Uhr kroch ich aus dem Auto um Frühstück zu machen. Es gab Omelett mit Zwiebeln, was eher schon einem Mittagessen glich. Ich war der Hingucker schlecht hin, ein deutscher Tourist der mit einem umgebauten Geländewagen durch Pakistan fährt und sich an der Tankstelle Omelett macht. Immer wieder versammelten sich ein paar Schaulustige um mich. Ich schnappe mir meine Kamera und erkundete die Stadt. In der Marktstrasse saßen die Verkäufer um’s Feuer herum und wärmten sich. Wir unterhielten uns ein bisschen, ich machte ein, zwei Fotos und ging weiter. Es gibt nur ein paar Gemüse und Obstsorten, jeder verkauft in etwa das Gleiche. Auf der Strasse herrscht kaum eine Ordnung, die Autos teilen sich den Platz mit Kühen, Schafen und Motorrädern. Ich hab mich soglangsam aber sicher an die Tiere auf der Strasse gewöhnt. Es hat mittlerweile leicht Angefangen zu schneien. Das Thermometer zeigt 0 Grad an.












Als ich heute morgen aufwachte, konnte ich nichts sehen. Die ganze Frontscheibe war mit Schnee bedeckt, über Nacht hat es gute 30cm geschneit. Auf den Straßen herrschte kein Verkehr, es lag zu viel Schnee. Die Stromleitungen der Tankstelle haben dem Gewicht des Schnee nicht standgehalten und sind gerissen. Der kleine Shop gegenüber der Tankstelle hatte geöffnet, es gab Paratha mit Nutella zum Frühstück. Ich will heute unbedingt nach Gilgit fahren, die Jungs von der Tankstelle fragten mich ob ich einen von ihnen mitnehme. Klar! Kein Problem. Er spricht zwar weder Englisch oder Deutsch oder irgend eine andere Sprache in der wir uns auf den 6 Stunden fahrt unterhalten könnten, aber wir bekommen das schon hin. Ich war das einzige Auto weit und breit, es sind unzählige Bäume unter der Last des Schnee auf die Strasse gefallen. Stromkabel spannten sich wie ein Spinnennetz quer über die Straßen. Mein netter Beifahrer half mir überall durchzukommen. Die Leute schaufelten den Schnee von ihnen Dächern, die Dächer halten dem Gewicht nicht stand und wenn es taut tropft es durch die Decke.


Mein Patrol lässt mich nicht im Stich
Wir sind ohne Probleme bis nach Basho gekommen, dort gab es einen grossen Erdrutsch der die Strasse blockierte. Mein Beifahrer verabschiedete sich und kletterte über den Erdrutsch und machte sich zu Fuss auf den Weg ins nächste Dorf. Ich machte mich auf den Weg zurück nach Skardu. So einen Scheisse. Auf dem Weg nahm ich immer wieder ein Paar Leute mit. Die Menschen laufen alles zu Fuß hier, auch lange Distanzen. Kurz hinter Basho sammelte ich einen Typ auf, er sprach kein English, nickte aber als ich Skardu sagte. Ich hab ihn 25km mitgenommen, er wäre dass sonst gelaufen – bei 30cm Schnee & Matsch, in Turnschuhen. Als ich wieder in Skardu ankam waren die Strassen immer noch nicht geräumt. In der Stadt versuchte ich Shops zu finden die geöffnet hatten. Ich wurde fündig und kaufe Nan, Bannen, Nutella, Brownies, Zahnpasta und Saft. Saft und Nutella sind teuer in Pakistan. Zurück an der Tankstelle schenkte ich den Jungs die Brownies und fing an mein Auto zu putzen. Jetzt habe ich genug Zeit, bis der Erdrutsch weggeräumt ist dauert es sicherlich 2-3 Tage. Ich war wiedermal der Hingucker als ich mein Auto an der Tankstelle putze. Ich hab schon ewig nicht mehr geduscht und so fragte ich nach dem Friseur Shop. Ein netter Herr von den Tankstelle kam mit mir und zeigte mir ein Friseur, dort konnte ich für 70Rupien (65cent) heiss duschen konnte. Zwei Eimer, einen großen indem man das Wasser mischt und die Temperatur anpasst und einen kleinen um sich das Wasser über den Körper zu kippen. Frisch geduscht fühlt sich doch gleich besser an. Im Siachen Palace (Restaurant) wollte ich wieder so ein leckeres Chicken Curry essen. Heute gab es aber nur 4 Sachen auf der Karte. Ich bestelle Roast Chicken mit Egg fried Rice. Ich wollte eigentlich meine Ruhe haben, jeder wollte wieder irgendwas von mir. Man kann sich als Tourist nirgends hinsetzten ohne das gleich jemand kommt und sich zu einem setzt. Das ist ja schön, aber wenn man mal seine Ruhe will, nicht so cool. Ich lernte Hassan kennen, er saß am Tisch nebenan und setzte sich zu mir an Tisch. Er spricht ein bisschen Englisch, ich erkläre ihm meine Situation mit dem Visa. Er tippte irgend was in sein Handy und Strecke es mir dann entgegen. Am anderen Ende war ein netter Pakistani der English sprach, ich erklärte ihm meine Situation und er sagte mir wo ich mein Visum verlängern kann. Ich soll in einer grösseren Stadt zum District Office. Perfekt dann weiss ich jetzt auch bescheid wo ich das machen kann. Dann kamen 2 jüngere Pakistanis und fragten mich “you educated person?” und wedelten mit einen Zettel mit englischen Grammatikfragen vor meiner Nase herum. Ich hatte echt kein Nerv dafür, half ihnen aber ein paar Aufgaben zu machen.


Ein Erdrutsch, ausgelöst durch den schweren Schneefall
Als ich heute morgen aufwachte erlebte ich eine positive Überraschung, die Sonne schien und es war strahlend blauer Himmel. Erst jetzt sah ich die ganze Schönheit, denn die Berge waren in den letzten 2 Tagen von den Wolken verhüllt gewesen. Zum Frühstück gab’s wie immer Paratha mit Nutella und Bananen Auf den Strassen liegt immer noch viel Schnee, ein paar anderen Autos sind unterwegs. Ich wollte Geld abheben hatte aber kein Glück, die Internet Verbindung ist durch den schweren Schneefall unterbrochen worden. Kein Internet heisst kein Geld am Geldautomat. Mein Tank ist fast leer, ich hab zur Reserve noch die beiden Kanister, dass sollte reichen um nach Gilgit zu kommen. Ich versuchte 5 verschieden Banken hatte aber nirgends kein Glück. Der Manager in der HBL war sehr nett und schrieb mir alle Banken in Skardu auf. Im Reisebüro erkundigte ich mich ob die Strasse nach Gilgit frei ist. Dort sagten sie mir das es viele Erdrutsche gab aber die meisten bis morgen weggeräumt sind.


Das Wetter ist perfekt also war warten nicht dass Problem. Ich machte mich auf den Weg nach Shigar, was etwa 40 Minuten von Skardu entfernt ist. Ich war überwältig von der Landschaft. Die Strassen waren größtenteils geräumt, zumindest eine Fahrspur. Auf dem kleinen Marktplatz in Shigar probierte ich nochmal Geld abzuheben was aber auch nicht klappte. Ich war wieder der Mittelpunkt, alle schauten auf mich, eigentlich hab ich mich an die Zoo Atmosphäre gewöhnt. Ich rief einen von den Typen her, und fragt ihn ob Englisch spricht und Auto mit Schaltung fahren kann. Er nickte 2 mal. Zeit hat er auch, wunderbar. Ich fuhr mit Hussein, raus aus der Stadt Richtung Skardu. Er erzählte mir von einen See der etwa 20 Minuten fahrt entfernt liegt. Er zeigte auf das verschneite Stück Land rechts von uns. Ich hatte richtig Lust off-road zu fahren und so machen wir uns auf den Weg. Wir passierten ein kleines Dorf mit ein paar Häusern. Es gab keine Auto Spuren auf dem Weg nur Fussabdrücke, die Strasse (Pfad) war super eng und mein Auto passte gerade so durch. Zwei Bäume blockierten den Weg, meine Axt kam zum ersten paar zum Einsatz. Hussein ist gut gefahren, für das dass er gewohnt ist das dass Lenkrad auf der anderen Seite ist. Der Weg wurde etwas matschig, wird das Auto schon packen. 10 meter später stecke ich 30cm tief im Schlamm, Allrad und Diff halfen auch nicht mehr. Ich steckte fest. Verdammt, nicht so cool hier draussen. Hier kommt kein Auto lang, und Empfang gibt es auch keinen. Naja wenn soll ich schon anrufen. Hussein zeigte auf die Steine und wir begannen alle losen Steine zusammenzutragen. Ich stecke sie unter die hinteren Räder, es funktionierte ich bekam genug Grip und konnte Rückwärts aus dem Schlammfeld fahren. War vielleicht nicht die Beste Idee dort rein zu fahren. Ich parkte das Auto, es waren nur noch 15 Minuten zu Fuss. Der See war Spiegelglatt und zeigte eine perfekte Reflexion der Berge. Hussein hat nur Turnschuhe an, ich bin sicher seine Füsse sind nass. Plötzlich hörte ich 2 laute Geräusche, Hussein, der fast gar kein Englisch Sprach sagte nur “hunting” und machte eine Schussbewegung. Zurück am Auto trafen wir den Jäger er hatte ein altes Gewehr und einen Vogel im Rucksack. Ich nahm ihn mit zurück. Im nächsten Dorf hab ich ihn abgesetzt, er war ziemlich froh darüber das er nicht laufen musste. Ich brachte Hussein zurück ins Dorf, er lud mich zu sich nach Hause ein. Ich wollte aber noch bei Tageslicht nach Skardu fahren. Auf dem Markplatz hielt ich an und zeigte auf meinen leeren Beifahrersitz und sagte “SKARDU” ein kleiner Mann sprang zu mir ins Auto und lachte. Er sprach kein Englisch, nichts. Selbst “what’s your name” verstand er nicht. Ihm gefiel aber meine Musik er summte immer wieder ein bisschen mit. Ich fuhr wieder zum Siachen Palace um was zu essen, heute war wieder die ganze Karte vorhanden. Ich bestellte half chicken handi und egg fried rice. Als ich nach Pepsi fragte schüttelte der Kellner den Kopf. Er sagte was auf Urdu, ein anderer ging los und kam 2 Minuten später mit 2 Dosen Pepsi wieder. Er ist wohl extra zum shop gelaufen.





mehr Offraod Spaß


Jerbazoo See

Am morgen fuhr ich wieder zur Bank und versuchte Geld zu bekommen. Es klappte wieder nicht. Meine Tankleuchte ist an, die 40 Liter müssen jetzt nach Gilgit reichen. Hoffentlich bekomme ich dort Geld am Geldautomat. In der Bank wurde ich zum Manager ins Büro gebracht, er erklärte mir das es an der Internetverbindung liegt und in Skardu generell keine Master oder Visa karten funktionieren. Nach einem Tee verabschiedete ich mich. Das Wetter war super, die Aussicht genial. Ich machte Fotos mit meinem Handy. 100 Meter später fand ich mein Handy nicht, ich suchte im Auto. Nichts. Ich fuhr die Strasse ein Stück, zu dem Platz an dem ich die Fotos gemacht hab. Einer der LKW Fahrer schaut mich an und Strecke mir mein Handy entgegen. WOW. Wie viel Glück habe ich eigentlich? Die Menschen sind so unglaublich ehrlich hier. Das Handy hat einen Wert von zwei Monatsgehältern. Ich war so dankbar. Die Strecke war frei bis kurz vor dem Dorf Sassi, hier standen bestimmt 20 Autos und etliche Trucks. Die Strasse war abgesackt und die Armee ist bereits an der Arbeit einen Brücke zu bauen. Als ich ankam waren sind fast fertig, hoffentlich hält dieses Ding. Ich wollte es eigentlich vermeiden bei Dunkelheit zu fahren, vorallem solche Strecken. Es war stock dunkel als es weiter ging, der Toyota vor mit fuhr sehr zügig, ich folgte ihm. Gegen 20 Uhr kam ich in Gilgit an. Im selben Hotel wie zuvor schnorrte ich wieder Wifi. Das einzige Restaurant, dass noch offen hatte war dezent versüfft, keiner sprach Englisch ich zeigte auf das Essen auf dem Nachbartisch. – Chicken mit Reis. Mein Tank und mein Geldbeutel haben eines gemeinsam, sie sind leer. Ich fuhr durch die Stadt und suchte nach einem funktionierenden Geldautomaten. Nach 5 Fehlversuchen gab ich auf. Ich fragte 2 Polizisten die am Strassenrand standen. Einer von ihnen machte sich mit mir auch die Suche nach einem Geldautomaten. Al Falah Bank war die einzige Bank bei der ich Geld bekam. Der Polizist lud mich zum Tee ein, wir saßen in meinem Auto und quatschten. Er ist der einzige von 8 Geschwistern der noch nicht verheiratet ist. Seine Familie macht ihm jetzt Druck, dass er heiraten soll. Er ist ein netter Kerl und spricht einigermaßen English. Ich fuhr an eine Tankstelle ausserhalb der Stadt, der Security Typ war damit einverstanden das ich die Nacht hier verbringe. Er hatte eine riesige Shot-Gun. Ich fühlte mich ziemlich sicher hier.
Einmal alles volltanken 120 Litler. Das sollte in etwa reichen um nach Lahore zu kommen. Bei den Polizeicheckpoints auf dem Weg hielt ich gar nicht erst an. Am späten Nachmittag kam ich in Besham an, innerhalb von 10 Minuten wusste die ganze Stadt das ich da bin. Als ich mich bei einem Polizisten nach einen Restaurant erkundigte, wollten sie mich gleich in “Sicherheit” bringen. In die Polizeistation. Ich lief davon, ich hatte echt keine Lust schon wieder nur eine Polizeistation von innen zu sehen. Ich erkundete die Stadt, die Kinder liefen mir hinterher und die Erwachsenen stupsten sich Gegenseitig an und zeigte auf mich. Sobald ich stehen bleib scharten sich die Menschen um mich, 2 Männer sprachen Englisch und erkundigten sich bei mir was ich hier mache. Innerhalb von 2 Minuten standen mindestens 20 Leute um mich herum und hörten zu. Kaum einer versteht English und so warteten sie bis es einer übersetzt. Saddam Hussein sprach mich an, ein netter Kerl. Ich musste ein bisschen über seinen Namen schmunzeln aber er kann ja nichts dafür. Er studiert Medizin und hat versucht in Deutschland und Australien ein Studentenvisum zu bekommen. 7000$ hat er für das deutsche bezahlt. Es wurde abgelehnt, dass Geld hat er nicht wieder bekommen.



Besham City

Obstverkäufer
Noch 170km bis nach Islamabad – 4 lange Stunden. Der Verkehr wurde wieder stressiger und meine Laune im Strassenverkehr wieder schlechter. Die Hupe war im Dauereinsatz, Pakistanis kümmern sich wirklich nicht darum ob jemand hupt oder nicht. Nach 4 Wochen in Pakistan habe ich definitiv den Fahrstil der Pakistanis angekommen. In Islamabad angekommen bin ich ins Serena Hotel gefahren, das beste Hotel der Stadt. Nicht um dort zu schlafen sondern weil ich unbedingt mal wieder Sushi essen wollte und das einzigste Sushi Restaurant sich im Hotel befindet. Es hat eine eigne Zufahrt die schon mehrere hundert Meter vor dem Hotel durch eine Strassensperre abgeriegelt ist. Dort ist der erste Sicherheits Check, ich sagte ich will ins Hotel. Ohne Probleme konnte ich passieren. Vor der Hotelzufahrt warteten nochmal 5 Mann Sicherheitspersonal, wieder musste ich meine Motorhaube öffnen. Auch hier wurde mein Auto für mich geparkt und ich musste durch einen Sicherheitscheck. Das Hotel ist ein regelrechter Palast. Sehr schön und stilvoll eingerichtet. Es hat so gar nichts mit Pakistan gemeinsam. Der Kontrast ist Krass, keine 500 meter vom Hotel leben Menschen auf der Strasse und haben nichts. Hier im Hotel schwimmen die Leute im Geld. Ich hab in 4 Wochen in Pakistan glaube ich 5 andere Touristen getroffen, im Hotel sah ich an einem Abend bestimmt 100 andere. Viele davon sind Diplomaten und deren Familie, die meisten Botschaften sind in der nähe des Hotels. Auch der Palast des Präsidenten ist neben an. Auf der eigens gebauten 4 spurigen Strasse sind nur sehr wenige Autos unterwegs. Ich hab viele Amerikaner, Japaner und vor allem Saudis im Hotel gesehen. Ich entschied mich dazu im Japanischen Restaurant “Wild Rice” zu Abend zu essen. Das Essen war sehr lecker, Pakistan mal anders. Nach dem Essen traf ich Qarib im Hotel, ich kenne ihn aus der Whatsapp Gruppe und er wollte sich unbedingt treffen bevor ich nach Lahore fahre. Er ist ein cooler 40zig jähriger Softwareingenieur. Er zeigte mir einen Platz auf den Bergen, etwa 30 Minuten Fahrt vom Hotel. Wieder passierten wie einen Checkpoint, jetzt da ich einen Pakistani im Auto hab fragen die Polizisten schon genauer nach. Wir fuhren zum Monal Restaurant, hier oben hat man einen super Ausblick über die Stadt bei Nacht. Qarib lud zu sich nach Hause ein, wir sind ein Stück aus der Stadt gefahren. Er wohnt mit seiner Familie, seinen Brüdern und seiner Frau zusammen. Auch die Brüder sprechen gut Englisch. Bis nachts um 3 haben wir gelabert, wie es in Pakistan so ist. Die unterscheide zwischen Deutschland und Pakistan und über den Islam. Sehr intersannte Gespräche.

Wild Rice Restaurant



Islamabad bei Nacht
Zum Frühstück gab’s Omelett, Chicken Würste, Paratha und sehr leckeren frisch gepressten Orangensaft. Die Brüder waren sehr an meinem Auto interessiert, ich zeigte es ihnen kurz, verabschiedete mich und machte mich auf den Weg nach Lahore. 350km auf sehr gut Ausgebautem Highway lag vor mir, endlich wieder entspannt Auto fahren. Sobald ich die Autobahn verliess fand ich mich mitten im allgemeinen Verkehrschaos wieder. Der Norden war echt schön ruhig und leer.

In Lahore traf ich mich mit Butt wieder, ich freute mich ihn wiederzusehen. Wir quatschten ein bisschen, ich bekam etwas zu Essen und konnte wieder im Hinterhof Klo duschen. Am Abend hat er mich auf einen pakistanischen Junggesellenabschied mit genommen. Um kurz nach Mitternacht fuhren wir eine halbe stunde durch Lahore. Wir wurden ins Haus gebracht, das Haus war noch ein Rohbau. Auf dem Dach wurde gegrillt, dort bekamen wir Chicken und Nan zu essen. Es wurde mir regelrecht gereicht. Butt genießt großen Respekt in der Stadt. Jeder respektiert Ihn und seinen Bruder, jeder stand auf und bat ihm und mir sofort einen Sitzplatz an. Ein Mitte 40 jähriger packte eine Pistole aus, die war echt. Es wurden ein paar Magazin abgefeuert, dann wanderte der Blick auf mich. Ja, warum auch nicht?! Ich verschoss ein paar Magazine. Ganz schön laut das Ding. Um mich herum saßen kleine Kinder und Frauen auf dem Boden. Verrückt Mitten in Lahore, einer 15 Millionen Einwohner Stadt, stand ich auf dem Balkon eines Hauses und ballerte mit einer Pistole in die Luft. Im unteren Bereich saßen nur Männer, die Frauen hatten hier nichts zu suchen und saßen alle eng zusammengedrückt auf der Treppe. Im Erdgeschoss war ein grosser Teppich ausgebreitet um diesen alle herumstanden. Auch als wir runterkamen wurde uns wieder sofort ein Platz auf dem Sofa angeboten. Zwei Frauen tanzten sehr aufreizend zu lauter Musik. Ich war überrascht, sie hatten nicht viel an, einen glitzernden BH und einen langen Rock. Das ganze wurde von einen Kameramann auf Video festgehalten. Immer wieder schmissen verschiedene Gäste Geld in die Luft. Meist 10 oder 20 Rupien Scheine. Ich wurde vom Sofa geholt und musste aufstehen. Einer der Brüder, des Bräutigam fing an Geldscheine über meinem Kopf zu schütten. Die Tänzerinnen tanzten wild im mich herum, der Kamera man hielt voll drauf. . Ich war mal wieder der Hingucker. Butt und sein Bruder packten dann auch ihre Geldstapel auf und schmissen mit Geld herum. Allerdings hatten Sie keine 10 und 20 Rupie Scheine sondern 50 und 100 Rupie Scheine. Die Kinder sammelten das ganze Geld immer sofort ein uns stecken es in einen Rucksack beim Bräutigam. Ein paar Scheine wanderten in die Taschen der Kinder.

Lahore ist super staubig, das liegt wohl auch an den vielen Baustellen in der Stadt. Nach 2 Tagen war mein Auto mit einer dicken Staubschicht überzogen. Mein Visum ist heute ausgelaufen, es ist Sonntag, ich kann es erst morgen verlängern. Ich würde gern länger in Pakistan bleiben, ein unglaublich interessantes Land. Am Abend hat mich Butt und seiner Bruder wieder auf die Hochzeit mitgenommen. Dieses mal zum Hochzeitsessen, es war eine Art riesiger Pavillon indem etliche Tische standen. Alles in allem waren es bestimmt 350 Personen, alles war sehr hektisch und durcheinander. Die Essen war schon in Gange als wir ankamen. Einer der Brüder führte uns nach vorne, wo wir neben der Braut, auf dem Sofa, Platz nahmen . Sie war extrem geschminkt und sah nicht gerade Glücklich aus. Ein bisschen wie eine Barbie mit schlechtem Make-up. Etliche Fotos wurden geschossen, bis wir zu unserem Tisch geführt wurden. Dieser war voll besetzt, sofort standen 3 Leute auf und baten uns ihren Platz an. Laute Musik dröhnte aus dem großen Lautsprechern von der Bühne. Immer wieder haben verschiedene Leute gesungen, mal mehr mal weniger gut. Das Essen wurde regelrecht auf dem Tisch geschmissen. Alles kam in großen Schüsseln, die Teller waren schon auf dem Tischen gestapelt. Man hatte die Wahl zwischen Cola und Sprit, die in 1.5L Flaschen auf dem Tisch standen. Meine Tischnachbarn konnten kein Englisch so war es recht schwer sich mit ihnen zu unterhalten. Zu Essen gab es Lamm in Soße, Reis, Nan und Salat. Der Salat war auf einem grossen Teller, jeder fischte mit den Fingen das heraus, auf was er Hunger hatte. Die Kochen vom Lamm wurden unter den Tisch geschmissen, die Hände an der Tischdeck abgeputzt. Kurz nach dem Essen wurden rießige Schüsseln mit Eis auf den Tisch gestellt, bei uns war kaum noch Platz auf dem Tisch und so haben sie es einfach auf den Salat gestellt. Das Essen war ok, der Nachtisch, dass Eis hat wie Seife geschmeckt und war echt eklig. Den anderen scheint es geschmeckt zu haben. Nach dem Essen haben die jungen Leute getanzt, nur die Männer versteht sich. Es wurde wieder mit Geld geworfen.

Das Hochzeitsessen

Früh morgens, um 10 Uhr. In Pakistan ist das sehr früh morgens, machte ich mich auf den Weg zum District Court. Nachdem der Rikscha Fahrer einen unglaublichen Preis von 200 Rupie verlangte nahm ich mein eigenes Auto. Der Verkehr ist morgens nicht ganz so schlimm. Dort angekommen versuchte ich mich zurecht zu finden, es ist ein einziges durcheinander, überall sind kleine Häuschen mit verschiedenen Büros und Schaltern. Ich fragte mich durch und stelle schlussendlich fest das ich hier falsch bin. Ich bekam einen Zettel mit der Adresse des “CCPO” City Capital Police Office. Hier sollte ich zum Foreigner Office und mich dort melden. Ich dacht es wäre ganz in der nähe, naja 5km zu Fuss quer durch Lahore. Das Wetter ist echt angenehm, viel wärmer braucht es nicht werden. Unterwegs versuchte ich wieder mein Glück bei etlichen Bankautomaten. Bei der MCB Bank hatte ich Erfolg. Im CCPO teilten sie mir wiederum mit, dass sie keine Befugnis haben um mein Visum zu verlängern. Ich soll nach Islamabad und es dort bei der Botschaft verlängern. So ein quatsch! Ich fahr doch nicht wegen 4 Tagen Visumverlängerung nach Islamabad. Der Chef sprach gut English und gab mir die Adresse vom Passport Office – das befindet sich auf der anderen Seite der Stadt. Ich nahm mir eine Rikscha dorthin. Preisverhandlungen funktionieren fast so wie in Indien, er nennt den Preis, du deinen, Er sagt nein, du läufst davon, er ruf dich zurück und ist mit deinem Preis einverstanden. 20 Minuten später war ich beim Passport Office, etwas verloren Stand ich dort in einem riesigen Wartesaal mit bestimmt 200 Leuten. Ich erkundigte mich, ob ich hier den überhaupt richtig sei und wo ich hin muss. Im oberen Stockwerk war eine Glastüre mit der Aufschrift “Foreigners Only”. Hier war ich richtig. In dem kleinen Raum vor eine Türe saßen noch andere, darunter 1 Argentinier er arbeitet in Pakistan seit 2 Jahren und muss sein Visum verlängern. Wir haben uns ein bisschen unterhalten. Er hat den klaren Vorteil das er aussieht wie einer von hier. Ich hatte keine Lust mehr zu warten und lief in das Office und kam sofort dran. Ich bekam einen Visa Antrag zum Ausfüllen, vor dem Gebäude machte ich eine Kopie von meinem Pass und liess 4 Passbilder machen. Die Kopierstation war ganz einfach ein Kopierer der an eine Autobatterie angeschlossen war. Ein Inverter, wie ich ihn im Auto auch habe, wurde dazu benutzt. Die Fotos sind echt schlecht, dafür haben sie auch nur 150 Rupie gekostet. Bei der Visa stelle waren sie damit zufrieden. Morgen um 15 Uhr soll ich wieder kommen und kann meinen Pass abholen. Der Rikscha Fahrer hat die ganz Zeit auf mich gewartet, also bin ich mit ihm wieder zurück zu meinem Auto gefahren. Um 10 Heute morgen bin ich los, ich wurde von einem Büro ins nächste geschickt, von einer Behörde zur nächsten – 6 Stunden später hatte ich alles erledigt. Willkommen in Pakistan.

2 Kinder auf der Strasse
Im TV sah ich die schrecklichen Nachrichten von heute. Ein Selbstmordattentäter hat sich selbst in die Luft gesprengt und mich sich 14 andere in den Tod gerissen. Unter den toten sind viele Polizeibeamten. Im TV sagten sie was von mindestens 60 verletzen. Der Anschlag hat auf der Mall Road stattgefunden, dort war ich heute morgen/mittag noch. Ich hatte echt Glück das ich nicht früher da war und mir nichts passiert ist. Ich fühlte mich trotz alledem immer noch sehr sicher in Lahore.
Mit Muhammed zusammen fuhr ich zum Passport Office um meinen Pass abzuholen. Ich habe das Visum umsonst bekommen, als der zuständige Beamte hörte das ich mit meinem Auto aus Deutschland gekommen bin wurde er neugierig und schaute es sich an. Muhammed hat mich zu seinen Schwiegereltern zum Essen eingeladen, scharfes Chicken Kahrai, Nan und Salat. Chicken Shami ist eine Art Bulette aus Chicken und gelben Linsen, das ganze in Ei gebraten – echt lecker ! Im Eingang vom Haus saßen 10 Grundschüler auf dem Boden sie haben dort Nachhilfe / Privaten Unterricht bekommen. Ich hab mit den Kid’s und Muhammed ein paar Runden Karten gespielt.


Im Restaurant kamen wieder 2 Pakistani zu mir, der eine begrüßte mich mich den Worten “Hallo, wie geht’s dir” in ziemlich perfekten Deutsch. Huch?! Maqbloom ist Pakistani und hat in Paderborn Chemie studiert. Nachdem wir ein bisschen quatschten lud er mich für morgen zum Frühstück ein. Sein Freund gab mir sein Handy und sagte ich soll es bis morgen behalten, damit sie mich erreichen können falls ich es nicht finde oder mich verspäte. Krass, er kannte mich keine 10 Minuten und gab mir einfach so sein Handy. Ich war echt erstaunt.

Um kurz vor 9 war ich an der Kahman Metro Station Nummer 22. Dort wartet Maqbloom schon auf mich Er hat drei Kinder, 4, 7 und 18 Jahre alt. Es kamen viele Leute vorbei um mich zu sehen und hallo zu sagen. Zum Frühstück gab es Omelett, Bratkartoffeln ! Sehr geil ! Parata, Brot und selbe gemachte Schokoladencreme. Er ist Chemiker und stellt sowas selber her, die Schokocreme hat sehr nach Zucker und Vanille geschmeckt. Seine Frau die das ganze Frühstück gekocht hat, habe ich nie gesehen. Die Türe war immer verschlossen. Ich machte unzählige Selfies. Sie wollten unbedingt die Drone sehen, ich hab sie kurz vor dem Haus steigen lassen. Ganz cooler Ausblick von da oben.

Frühstück mit Maqbloom Familie & Freunde

Ich machte mich auf Richtung Indische Grenze um dort die Grenzzeremonie anzuschauen. Ich passierte 5 Polizeichecks, dann konnte ich mein Auto parken und von dort aus zur Grenze laufen. Die Zeremonie war interessant anzuschauen. Das ganze ging vielleicht eine Stunde. Auf der einen Seite saßen die Pakistanis auf der anderen die Inder, durch 2 Schiebetore war die Grenze gesichert. Durch die Lautsprecher schallten Pakistanisch Lieder. Die Ranger hatten lustige Uniformen an, Sie maschierten bis zur Grenze und hoben dann ihnen Fuss so hoch sie konnten. Die Menge jubelte ihnen zu. Auf dem Rückweg lernte ich Tong kennen, Sie kommt aus China und ist von Afghanistan aus nach Pakistan gekommen.

Ranger


die Grenze ist bis kurz vor der Zeremonie geöffnet





Am morgen war ich bei Inam, ich habe natürlich wieder Frühstück bekommen. Wir sind ein ein Stück aus Lahore raus gefahren, nach Bahria Town, eine extrem noble Gegend. Eine Millionenvilla reiht sich an die nächste. Es is wie als betritt man eine andere Welt. Die Strassen sind breit, kaum verkehr, alles sehr sauber, teuere europäische Autos, viele in Anzügen, fast jeder spricht Englisch. Draussen vor Bahria Town kämpfen die Menschen ums überleben und wissen nicht was sie morgen essen sollen. Die Leute leben im Dreck mit den Tieren, für europäische Verhältnisse nicht menschenwürdig. Der Kontrast könnte nicht grösser sein, ich war richtig erschrocken als ich gesehen habe wie viel Geld die Menschen hier haben und wie gleichgültig und Ignorant sie in ihrem Reichtum leben. Hier steht sogar ein Eiffelturm, eine perfekte Nachbildung des echten Eiffelturms. Zusammen haben wir die Mosche angeschaut, wunderschön aufwendig dekoriert. Um 13.30 Uhr ist Zeit zum Beten, die Mosche füllte sich ein wenig. Diejenige die zu spät kamen huschten schnell in die Reihe und fingen an zu beten. Ein Gebet dauert etwas 5-6 Minuten. Es war sehr interessant zu sehen, ich hab noch nie ein Gebet in einer Mosche gesehen.


Grand Jamia Mosque

Grand Jamia Mosque

Dach der Moschee
Wir fuhren zurück ins Zentrum um uns das Lahore Fort anzuschauen. Definitiv zu empfehlen. Der Eintritt ist total überzogen 500 Rupien für Ausländer – 20 Rupie für Pakistanis. Das Schloss ist riesig, man kann Stunden hier verbringen und alles erkunden. Wer hungi. Auf der Foodstreet haben wir super leckeres Essen gefunden, Chicken Handi und Afghani Chicken mit Reis und Nan.

Touristen bezahlen 25 mal mehr







Heute ist der letzte Tag hier, eine ganze Woche war ich in Lahore. Ich hab nie etwas für das Essen bezahlen müssen, es war immer alles umsonst für mich. Ich konnte hier duschen und das Wifi benutzen. Es war ein bisschen wie ein All inklusive Hotel. Meine Wäsche haben sie gewaschen, mein Auto geputzt und mir geholfen den richten Mechaniker zu finden. Ich bin traurig morgen zu gehen, Butt und sein Bruder sind der Hammer. VIELEN DANK euch zwei.
Der Wecker klingelte um kurz nach 7 Uhr, ich war noch extrem müde und bin bis um 8 Uhr liegen geblieben. Die Grenze macht so oder so erst um 9 Uhr auf. Ein letztes mal machte der Security Typ meinen Kofferraum auf und wünschte mir einen guten Morgen. Ein netter Kerl der immer in Urdu mit mir redet. Ich versteh zwar kein Wort aber wir haben Spass. Auf dem immer noch sehr versüfften Klo putzte ich ein letztes Mal meine Zähne. Ich verabschiedete mich von meinem Aufpasser und machte mich auf den Weg zur Grenze.

Pakistanisch / Indische Grenze
Auf der Pakistanischen Seite füllte ich alle Dokumente aus, mein Carnet wurde abgestempelt. Ich bekam meinen Pass mit den Worten “no more Entry once you leave”. Er wollte mir damit sagen, dass ich ein single entry Visa habe und ich damit nicht wieder Einreisen kann. Als er meinen Pass sah sagte er: ”Ohh Germany good people” Wir haben einen sehr guten Eindruck fast überall auf der Welt. Er war noch einen Blick in mein Auto dann ging es zum Grenztor, auf diesen Moment habe ich lange gewartet. ICH HABE ES GESCHAFFT !!!!!! Let’s go Indien. Es war ein geiles Gefühl, ich bin tatsächlich in mein Auto von Deutschland nach Indien Gefahren. Mein Kilometerstand zeigte 201142km an, somit waren exakt 20233km von Baiersbronn bis zur Grenze in Indien. VERRÜCKT !! Ich bin so glücklich. Auf der Indischen Seite wurde mein Pass Kontrolliert und mein Auto von einem Hund beschnüffelt. Nicht sicher ob das für Sprengstoff oder Drogen war. Dann bekam ich eine Einreiseschein und musste damit ins Büro. Dort wurde mein Rucksack nochmal vom Hund beschnüffelt, der hatte aber keinen Bock und war mehr an den anderen Strassenhunden interessiert. Ich füllte ein paar Dokumente aus und bekam einen Stempel in meinen Pass. Dann war das Carnet an der Reihe, zum ersten mal überprüfte jemand ersthaft die Chassis und Motornummer. Sieht so aus als machen sie in Indien ihre Arbeit ein bisschen gründlicher. Sie schauten sich das Auto ein bisschen an. Nach ein bisschen Smalltalk war alles erledigt.

Willkommen in INDIEN
Bei der Einreise nach Pakistan hatte auch ich Zweifel ob alles gut gehen wird, Ich war mit ein paar anderen Reissenden aus Pakistan in Kontakt. Aber das gab mir auch nicht mehr Sicherheit. Ich hätte niemals Gedacht das mein Trip so eine Wendung nehmen wird. Die Menschen hier sind so unglaublich gastfreundlich, fast noch ein bisschen mehr wie im Iran. Viele von ihnen sehen kaum ausländische Touristen. Mir hat es so gut gefallen hier, dass ich mein Visum um ein paar Tage verlängert habe. Den schlechten Ruf den das Land hat kein ich zu keinem Punkt bestätigen. Mir tut die Bevölkerung die darunter leidet am meisten Leid. Sie kann am wenigsten für die vermurkste Politik und die Korruption im Land, bekommt es aber am meisten zu spüren. Auch hier gilt zuerst erleben dann urteilen, die Medien stellen Pakistan als gefährlich, schlecht, kriminell und terroristisch dar. Ich habe so etwas nicht erlebt, im Gegenteil. Überall haben mich die Menschen Angesprochen, waren nett und interessiert. Bis bald Pakistan.
Mir wäre es in so einem Land doch zu kriminell, siehe Selbstmordattentäter.
Da bleibe ich lieber bei Texas, Arkansas, Mississippi. Meinen Lieblingsreisezielen
LAMO! 🙂
Absolutely incredible, man! I’m so happy I stumbled onto this incredible adventure and read every word
Ben du bist der hammer
Hy.mein Name ist asif bin ein paki
Aber in hamburg geboren.
Habe alles gelesen du hast echte Bullen Eier 😂😂😂😂 ich wollte schon immer mal so ein Tour mach hatte aber nicht die Eier dafür und das Team.
Aber du hast mich motiviert.
Du bist ger in hh eingeladen.
Ich will noch so viel wissen und hören
Von A bis Z
MFG
ASIF RIZWAN
Hallo Ben,
ich mache die gleiche Tour im Juli 2019 und bräuchte einige information über die fahrt durch Iran und Pakistan. Kann ich dich irgendwie per email oder whats app schrieben.
bist du wirklich von Deutschland bis Pakistan alleine gefahren. Starte von Salzburg Österreich Ziel Lahore
Hallo
Ben Super, toll gemacht.
Ich mochte es auch machen bitte Arslan melde dich oder jemand anders der soetwas machen möchte.
01604198199
Ludwigsburg Germany
Ein schönes Land. Nur schade daß sie ihre Frauen wie Vieh behandeln. Für mich wäre das deshalb wohl nichts.
Es tut mir so leid, aber wer auch immer Ihnen diese Informationen gegeben hat, es gibt keine anderen Worte dafür, hat Sie angelogen. Wir werden anständig und mit Respekt behandelt, also bitte, keine Notwendigkeit, solch schreckliche Annahmen über uns zu machen. Liebe Grüße aus Pakistan
Hallo Ben,
Ich habe deinen Blog mit spannung gelesen da ich im August 2018 die gleiche route nehmen werde. Mein ziel ist aber Thailand wenn alles gut geht. Dein Bericht hat mir sehr geholfen und auch etwas die Angst vor Pakistan genommen. Jetzt freue ich mich richtig auf dieses Land. Könntest du mir eventuell noch ein paar tips bezüglich Visas der länder geben!? Würde mich sehr freuen!
Sebastian
Hi… ich glaub dir jedes Wort! Coole Reise. Ich habe sie 2002 mit meiner Frau mit einem SKODA gemacht. Und dann weiter via China, Tibet, Peking bis Saigon.
Herzlichen Gruß aus Bautzen
Benno
Hallo Benny , vielen Dank für deinen Beitrag, hat mich ermutigt auch mal loszufahren. Ich habe die Pakistanische Lebensweise hier in d kennengelernt und auch ein paar Freunde.
Hay Ben
Ich bin,s Awais komme aus pakistan aber wohne in Frankfurt
Ich fahre bald auch von Frankfurt am main (Deutschland)
Nach Sialkot (Pakistan ich bin auch gespannt was auf mich zukommt