Indien 2.0
Zurück in Goa! Mein Paket mit den Ersatzteilen ist angekommen!! Yeah, bei der Post dann die eher unfreundliche Überraschung, 11000 Rupien Import Zoll wollen die von mir haben. Nach 3 Telefonaten mit der Werkstatt hatten Sie verstanden worum es ging und ich bekam einen Termin am nächsten Morgen. Einen ganzen Tag verbrachte ich in der Werkstatt, der Öl und Luftfilter wurden getauscht, Öle gewechselt, die Klimaanlage aufgefüllt, die Sprungfedern und Stoßdämpfer hinten ausgewechselt. Der Patrol ist wieder fit für die Straße ! In Goa ist es ruhig geworden, die meisten Restaurants und Geschäfte sind geschlossen, es ist unglaublich schwül. Jetzt zeigt sich Goa von seiner anderen Seite, die vereinzelten Touristen die man noch trifft kommen gezielt in der Nebensaison hier her, keine laute Party Musik, keine nervigen Strandverkäufer. Für mich war es genug Goa, Zeit zu gehen. Ohne Navi fand ich den Weg bis zurück zum Highway, Ich war echt zu lange hier. Es ist ein gutes Gefühl wieder auf der Strasse zu sein.



Von Goa ging’s direkt nach Mumbai, dort bin ich einen Tag im Hostel untergekommen und dann früh am morgen nach Udaipur gefahren. Die Stecke von Mumbai nach Udaipur hatte es in sich, für die 753km brauchte ich 14 lange Stunden, die Strassen waren meist gut ausgebaut, weniger freute ich mich über meine anderen Indischen Verkehrsteilnehmer und deren Fahrkünste. Spät am Abend erreichte ich Udaipur, die Temperatur lag noch immer bei weit über 35 Grad. Google Maps führte mich durch die schmalsten Gassen der Stadt, aber brachte mich zuverlässig zum Hostel. Es ist selbst nachts deutlich zu warm um im Auto schlafen zu können, im ZOSTEL checkte ich für ein paar Tage ein, ein cooles Hostel mit genialer Dachterrasse von der man einen wunderschönen Ausblick über den See und Udaipur hat. Die Hitze bestimmt ziemlich den Tagesablauf, nur früh morgens und am späten Nachmittag kann man es draußen aushalten. Die einzige sinnvolle Beschäftigung die mir bei den Temperaturen in den Kopf kam war schwimmen!!! Ein paar Kilometer außerhalb der Stadt gibt es den Tigerlake, einen sauberen See indem man schwimmen kann. Die Stadt selbst ist eine Touristen Stadt überall gibts Geschäfte mit Gemälden, Lederwaren, Souvenirs und allerlei Kitsch, den niemand braucht. Es gibt keine breiten Strassen, nur schmale Gassen auf denen gerade ein TukTuk oder Roller Platz hat, jeder zweite TukTuk Fahrer bietet einem Drogen an.























Etwa 2h fahrt von Udaipur liegt mitten im nirgendwo die Festung Kumbhalmer, sie stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die Festung wird von einer massiven 36km langen Mauer geschützt, echt beindruckend ! Laut den Überlieferungen ist die Stadt nur einmal eingenommen worden, weil die Verteidiger kein Wasser mehr hatten. Die ganze Festung wirkt mächtig und uneinnehmbar.





Die Landstrassen in Rajasthan sind verlassen und holperig, hier merkt man nichts von dem sonst sehr hektischen Verkehr. Ich wusste nicht viel über Jodpur, kannte die Stadt nur von Bildern “Blaue Stadt” und tatsächlich viele der Häuser in der Stadt sind Blau gestrichen. Früher haben die Kaste der Brahmanen ihre Häuser Blau angemalt, heutzutage haben viele andere es auch übernommen. Das HosteLaVie hat eine geniale Location direkt unter der riesigen Burg. Vom Rooftop kann man über ganz Jodpur schauen, die Festung wird nachts beleuchtet und sieht klasse im Licht aus.












Ich pack die Drone immer öfters aus, macht Spass hier, die verschiedene Loctiaons und Festungen sind der Hammer. Die Temperatur sinkt nur noch selten unter 40 Grad und gerade jetzt habe ich einen Platten. Als Ich anfing den Reifen zu wechseln kamen sofort die herumstehenden Taxi Fahrer dazu und halfen mir. Reifen wechseln macht an sich ja schon keinen Spass, bei 40 Grad noch viel weniger ! Der Reifen is damit fertig, Nr. 1 hat gute 30.000km mitgemacht, die Strassen haben ihm alles abverlangt. Ich hab ihn schon einmal geflickt und die gebrochene Stelle liegt scheisse. Ich bin gerade sehr froh das ich 2 dabei habe, in Delhi werde ich mir einen neuen kaufen .



In Pushkar habe ich dann auch wieder eine Mitfahrerin bekommen, Yara aus Israel wir mich ein Stück begleiten. Ich hab das heisse Wetter satt, es wird Zeit das für die Berge. Das wär noch was, das Taj Mahal Stimmt ! Pushkar – Agra – Delhi. Um 4.45 Uhr klingelte der Wecker, um kurz nach 5 Uhr morgens kauften wir ein Ticket für das Taj – saftige 1000 Rupien für Touristen, Inder bezahlen 100. Schlecht gelaunt streckte ich dem Ticket Kerl die 1000 Rupien hin und bekam dafür ein Ticket, eine 500ml Flasche Wasser und Schutzüberzüge für meine Schuhe, fall ich die anbehalten möchte soll ich die über ziehen. Ich hab mir das Taj anders vorgestellt, größer, mächtiger, beeindruckender, versteht mich nicht falsch es ist echt wunderschön aber der “wow” Effekt blieb hier eindeutig aus. Es waren noch mehr Frühaufsteher unter uns, dass Gelände füllte ich langsam und jeder wollte das perfekte Foto mit dem schönsten Gebäude der Welt. Da liefen mit David und Elli über den Weg, dass österreichische Pärchen, dass ich in Teheran, Iran kennen gelernt hatte. Sie hatte ihre Motorräder nach Indien geflogen und sind jetzt fast fertig mit Indien. Was ein Zufall! So etwas freut einen immer riesig !










Wir hatten sonst nicht vor in Agra etwas anzuschauen, wäre auch qualvoll gewesen bei der Hitze. Ab ins Auto, Klima an, New Delhi here we come! Beim ersten Reifenhändler habe ich mir einen neuen Reifen besorgt, damit wäre das auch erledigt. Das Auto hängt hinten links immer noch sehr weit runter, der Reifenhändler gab mir die Adresse einer Werkstatt, die hatte allerdings keine Ahnung davon und schickte mich direkt zu Nissan. Dort stand ich dann auf der Parkplatz, mit mir etwa 20 Beschäftigte des Autohauses und Werkstatt. Keiner hatte wirklich eine Ahnung, nach kurzer Preisverhandlung brachte ich das Auto in die Werkstatt. Das Auto war zu hoch, ich musste die Dieselkanister samt Halterung abschrauben damit das Auto in die Werkstatt passt. Hier das selbe Spiel, viele Menschen mit wenig Ahnung. Nach 3 Stunden unters Auto schauen kamen sie zum Beschluss das die Sprungfedern Schuld sind, Sie aber keine Möglichkeit haben etwas zu tun. Der Chef Mechaniker gab mir eine Adresse in Delhi, hier soll ich morgen mein Glück versuchen. Und tatsächlich stellte sich der Tipp als sehr hilfreich heraus, am Khan Markt hab ich Gary kennengelernt, er hat mich angesprochen und einen Chai angeboten, als ich ihm die Geschichte erzählt habe bat er sofort Hilfe an. Als ich sein Auto sah strahlten meine Augen, Toyota Landcruiser 100 Series mit selbem Umbau wie ich. Er ist damit von Myanmar – Thailand – Laos – China gefahren, aber auch er sagte er würde es wegen der hohen Gebühren für die Guides nicht nochmal machen. Er fährt mit einem Freund Rallye, zu diesem Freund bin ich gefahren. Dort angekommen gab es aber keine Werkstatt sondern nur ein kleines Büro – Gary warnte mich schon vor, ich soll nicht zu viel erwarten von der Werksatt, aber sie verstehen ihre Arbeit. Ich parkte das Auto an der Strassenseite, genau dort wurde auch den ganzen Tag daran gearbeitet. Ein Wagenheber und Metallstützen zum aufbocken, dass reicht ihnen zum Arbeiten. Mein Hindi ist immer noch sehr schlecht, das selbe gilt für das Englisch der Mechaniker. Das ganze sah sehr abenteuerlich aus, die 2 Jungs die an meinem Auto arbeiteten verschwanden immer mal wieder, kam zurück und machten weiter, ab und an kam ein Freund zum quatschen vorbei. Als die Federn ausgebaut waren dann die Erkenntnis, die neue Feder ist eine halbe Windung kürzer als die alte. Sie entschieden die alte Sprungfeder wieder einzubauen, ich hatte aber nur noch eine davon, die andere ist gebrochen deswegen wurden beide getauscht. Ich habe nun also 2 unterschiedlich grosse Sprungfedern eingebaut. Nunja.. Die vordere Sprungfeder die ich damals in Pakistan eingebaut hatte, ist auch ein kleines Stück kürzer. Damals gab es keine andere Ersatzteile und die alte ist gebrochen. Die zu kurze Sprungfeder wurde mit voller gewallt mit dem Vorschlaghammer bearbeitet und gesteckt. Jeder deutsche Mechaniker fasst sich jetzt an Kopf, aber in Indien löst man so Probleme. Währenddessen die 3 Jungs wie die verrückten auf die Sprungfeder einhämmerte bekam ich einen Chai und ein netter älterer Herr stellte sich zum smalltalk neben mich. Er arbeitet schon sein ganzes leben für eine deutsche Firma in Indien und möchte unbedingt mal nach Deutschland. Ich verbrachte den ganzen Tag dort, zwischenzeitlich war ich einkaufen und durch die Stadt bummeln. Die 2 Jungs schauten mich erwartungsvoll an, es ist alles wieder eingebaut, keine Schraube übrig und es fährt sich besser als vorher. Ganz werde ich das Problem in Indien wohl nicht mehr weg bekommen. Ich bin Gary sehr dankbar über den Kontakt zu seinem Freund, ich bezahlte faire 2500 Rupien für einen ganzen Tag schrauben.






In der Tibetischen Kolnie haben wir ein günstiges Zimmer mit Klimaanlage bekommen. Es ist wie als wenn man ein anderes Land betrifft, andere Menschen, Essen und Geschäfte. Im Hotel waren noch ein paar andere Isralies und Jamie ein Engländer, es gab Bamba. Bamba ist ein israelischer Snack, Erdnussflips in verschiedenen Geschmacksrichtungen, unglaublich Lecker.

Elior hat sich am Abend noch entschieden mit uns mit kommen, am nächsten Tag ging’s von Delhi nach Chandigarh, wir sind erst am nachmittag los gekommen und spät in Chandigarh angekommen. Kurz nach Chandigarh wurde der Highway einspurig und kurviger, wir sind in den Bergen angekommen, die Strecke ist gerade jetzt in der Monsoonzeit sehr beliebt und voll. Fast überall Staut sich der Verkehr, wenn nicht durch die langsamen LKWs dann durch langsame Maut Stationen (+30 Minuten). Das Wetter wurde spürbar kühler, die Klimaanlage nicht mehr im Dauerbetrieb, eine frische Brise statt staubige Hitze kam zum Fenster herein.





Yara verabschiedet sich an der der Abbiegung nach Malana. Auf dem Weg nach Malana hab ich noch 3 andere mitgenommen, der Bus ist wohl schon weg, der geht nur 1 mal am Tag. Die Strasse war die ersten paar Kilometer noch gut ausgebaut, danach war Schotterpiste und off-road angesagt. Ich freute mich über die genialen Strassen der Patrol eher weniger, die Kupplung macht mittlerweile doch bemerkbare Probleme. Eine schmale einspurige Strasse führt direkt am Fels entlang, die engen kurven schaff ich gerade so. Mittlerweile hat es angefangen zu Regen, ein kleiner Fluss kommt die “Straße” herunter. Es ist ein bisschen wie eine fahrt ins Ungewisse, die Strasse sieht aus als könnte sie jeden Moment im nirgendwo enden. Nach einer Stunde Fahrt seh ich dir ersten Häuser und Hütten, zusammengeschustert aus Balken, Brettern und Blechen meist kleinen Restaurants.






Da ist es ! Das sagenumwobene Malana, für die nicht Canabiskonsumenten unter uns, Malana ist ein kleines Bergdorf im Norden Indiens. Dort gibt es eines der besten Charas (Hashisch) der Welt, zur Blütesaison im September und Oktober reiben die Dorfbewohner die frischen Pflanzen zwischen ihre Hände, das klebrige stark THC haltige Harz und Öl der Pflanze bleibt an den Händen kleben und wird abgekratzt. Charars nennen die Menschen es hier, es ist nicht legal wird aber Geduldet, man sollte es allerdings nicht heraus fordern. Charas gehört zur Indischen Kultur wie das Bier zu Deutschland.



Bis vor ein paar Jahren gelangte man nur durch eine 4 Tages Wanderung ins Dorf. Es liegt völlig isoliert in den Bergen auf 2800m. Mittlerweile führ die oben beschriebene “Strasse” zu einen Damm, ein privater Investor hat hier ein Wasserkraftwerk gebaut und auch die Strasse finanziert. Die Dorfbewohner leben zum grössten Teil von der Charas Produktion, Charas für die ganze Welt kommt von hier. Allein um Malana sind 250 Hektar Anbaugebiet, die Felder liegen weit oben in nur schwer erreichbaren Regionen und Stunden langen Wanderungen, ihr natürlicher Schutz gegen die Polizei. Sie kommt nicht hier hoch, oft wissen sie gar nicht genau wo die Felder liegen. In meinem Gesprächen mit den Menschen hörte ich immer wieder die gleiche Antwort: Jeder weisst Bescheid, viele der Touristen kommen wegen des Charas. Touristen bringen Arbeit und Geld, das Geschäft mit dem Charas ist ein gutes Einkommen. Die Menschen in Malana glaube das sie der arischen Rasse abstammen und Nachkommen vom Alexander dem Großen sind. Jamlu, Malana’s Gott verbietet ihnen ausserhalb der Gemeinschaft zu essen, schlafen oder zu heiraten (wenn mans strickt nimmt). Man darf weder die Menschen noch ihre Häuser anfassen oder betreten, überall im Dorf sind Schilder aufgestellt auf denen darauf hingewiesen wird. Ein bisschen unbeholfen und unsicher liefen wir durchs Dorf auf der Suche nach einer der 5 Unterkünften, ein Einwohner zeigte uns den Weg. Mittlerweile ist es nicht mehr möglich als Ausländer im Dorf zu übernachten, nur noch Tagesausflüge sind willkommen. Wir hatten Glück und waren einer der letzten Touristen die dort auch übernachten konnten. Die ganze Situation ist ein wenig widersprüchlich, auf der einen Seite möchten die Bewohner in Ruhe leben ohne Einfluss von aussen, der andern Seite haben sie gemerkt das man vom Charas ganz gut leben kann und die Technologie vieles einfacher macht. Die alten traditionellen Häuser sind aufwendig aus Stein und Holz gebaut und ebenfalls mit einem schweren Steindach belegt, viele der neuen Häuser haben ein Blechdach das ist einfacher zu transportieren und mit zu arbeiten. Vom Fenster aus hatte Ich einen Blick über das Dorf, unten auf der Wiese saßen 3 Frauen, jeweils neben einem Steinhaufen. Sie zerschlugen mit dem Hammer grosse zu kleinen Steinen, den ganzen Tag. Eine der Frauen hatte ihr kleines Kind dabei, dass spielte auf dem Steinhaufen vor ihr, in der Mittagspause quatschen und lachten sie. Sie nahm ihr Smartphone heraus und scrollte durch Facebook – verrückt ! Die Technologie ist so schnell hier oben angekommen, vieles verändert sich. Überall im Dorf wird Stein abgebaut, die Männer zerschlugen mit Keilen die großen Felsen die Frauen die kleineren Steine. Wenn man als Tourist durch das Dorf läuft hört man oft “Charas Charas? Smoke Mister?” fast jeder will dir etwas verkaufen. Dann haben sie es nicht mehr so genau, mit dem nicht anfassen, der Rupie rollt.















Die Tola (10g), kosten in Malana etwa 2000-2500 Rupien, für feinste Cream legt man dann bis zu 5000 hin. Der Preis verdoppelt sich ausserhalb von Malana schnell, es gibt nur eine Strasse rein und raus, einfach zu kontrollieren. Mir hat die Stimmung im Dorf nicht gefallen, 2 Nächte in Malana waren genug für mich.
Kasol, ist das wichtigste Dorf in der Umgebung, Party, Musik und feiern ist angesagt. Eli blieb in Kasol, ich wollte es ruhiger haben und machte mich auf den Weg nach Tosh, einem kleinen Dorf am Ende der Strasse. Und tatsächlich die Strasse hörte einfach auf und ein schmaler Weg der ins Dorf führte. Überall sind kleine Gästehäuser, meist Homestays von Familien, das Valley View Homestay ist eines davon. Ein schmaler Pfad führt durch den Garten der Familie, Kartoffel, Salat, Kohl, Gurken, Tomaten und vor allem Charars. Die Mutter macht unglaublich gute Vegetarische Omeletts mit hausgemachter Mint/Chilli Sauce, von der Terrasse hat meine einen Blick auf das Tal und den fast fertig gestellten Damm.








In der Umgebung gibt es schöne Wanderungen, es ist unglaublich ruhig! Nach Kheer Ganga sind es 3h Fussweg, ein kleines Zelt Dorf, es dürfen keiner Häuser gebaut werden, dass ist Vorschrift. Oben am Berg gibt es einen Tempel und heisse Quellen in denen mann baden kann, nach einer Wanderung genau das Richtige.






In den Bergen gibt es oft nur eine Zufahrtstrasse, der ganze Verkehr verläuft über eine Strasse. Manali ist in zwei Bereiche geteilt, das hektische und laut New Manali und das ruhigere am Berg gelegene Old Manali. Old Manali ist definitiv der schönere Part, auch wenn sehr touristisch gestaltet, es gib viele leckere Restaurants und hippe Bars. Das People Cafe, Café 1947, Drifters haben sehr leckeres Essen das aber deutlich über Indischem Niveau liegt, 500-1000 Rupien mit Getränken, in den kleinen lokalen Restaurants (Dabahs) gibt es gute authentische Indische Mahlzeiten zu unschlagbaren Preisen. Veg. cho mein, 10Veg. Momos und 1 Cola für 140 Rupien, 2 Euro/USD ! Die Stassen hier sind auch hier sehr eng und der Verkehr abenteuerlich, nachdem ich einen Parkplatz gefunden hatte, habe ich das Auto 7 Tage nicht bewegt. Ein so grosses Auto in so kleinen Strassen zu bewegen ist extrem anstrengend und oft nur Zentimeterarbeit. Das Rockway Hostel liegt ein stück Abseits von Old Manali, sehr ruhig direkt am Fluss, ein kleiner Fussweg führt von der Strasse zum Hostel. Sehr entspannt hier zwischen all den Apfelbäumen, das ganze Tal ist voll davon. Hier hatte ich Zeit um eine neue Kupplung zu bestellen, ich spüre die Kupplung beim fahren immer mehr, genauer gesagt die Kupplungsscheibe. Bevor ich nach Kashmir fahre muss ich die unbedingt tauschen.










Ich hab mir gar nicht erst die Hoffnung gemacht, das die Teile in Indien verfügbar sind (sind sie nicht) und direkt in Deutschland bestellt. In 2-3 Wochen sollte die Ersatzteile in Delhi sein, Gary hilft mir sehr viel was dass angeht. VIELEN DANK. Die Berge sind ein guter Ort um 2-3 Wochen herumzubringen, mich zog es zurück nach Malana, aber nicht ins Dorf, wenn man der Strasse bis zum Ende folgt gelang man zu einem Damm und den Eingang ins Tal. Ab hier gehts es nur zu Fuss weiter, nach einer anstrengenden 2h Wanderung gelangt man zu einer Lichtung, hier stehen ein paar Steinhäuser und Zelte. Magic Valley – Es gibt keinen Strom oder Wasseranschluss, die Menschen leben noch sehr einfach hier. Die Häuser haben 2 Stockwerke, oben ein Raum der Als Küche/Wohn/Schlafbereich dient, direkt darunter der Kuhstall eine natürliche Fussbodenheizung. Jeden Tag treiben die Frauen die Kühe auf die Weide, sie treffen sich zum quatschen und auf die Kühe aufpassen. Die Babys werden in Tüchern auf den Rücken geschnürt und kommen mit. Ich weiss nicht was genau, aber es ist beeindruckend und faszinierend zu sehen wie die Menschen den Alltag auf dem Berg meistern. Vielleicht, weil es so fern ist von unseren gewohnten Standards, ein sehr einfaches und anstrengendes Leben. Das Vieh muss raus, egal was für ein Wetter und es ist oft Dreckswetter in den Bergen. Die Technologie die für uns zur Normalität gehört, ist hier fremd, einige der Bewohner schauten verängstigt in den Himmel, sie wussten nicht was eine Drone ist, was sie macht, warum fliegt das weisse Plastikteil? 10 Tage habe ich im Zelt hier verbracht. Jeden morgen bin ich voller Vorfreude auf den Ausblick aufgewacht. Ein weisses Wolkenband, dass nicht abreisen zu schien, schlängelt sich langsam durchs Tal.








Es regnete fast immer nachts, mal weniger und mal stärker, das Zelt war aus Steinen, Holz und Plane zusammengeschustert und hielt dem Wetter stand. Ein kleiner Ofen in der Mitte sorgte für eine angenehme Wärme, jeden Abend saßen wir um den Ofen. Ich besserte mein Hindi auf, Zeit genug war hier oben ja und die Jungs sprachen kaum englisch und so brachten sie mir Hindi bei. In 10 Tagen habe ich einen anderen weissen Touristen gesehen, die meisten waren Inder aus Delhi, Punjab und Mumbai. Ich habe die Zeit und Ruhe auf dem Berg sehr genossen, interessante Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Mit Chaman dem Koch hatte ich am meisten zu tun, er versteht viel English spricht aber eher weniger. Er kommt aus einem anderen kleinen Dorf etwa 4h Fahrt von hier, hat dort ein Haus und ein paar Apfelbäume. Chaman verdient als Koch 4000 Rupien, etwa 60 Euro im Monat. Er schläft auf einer dünnen Isomatte in seinem Schlafsack in Zelt auf dem Boden, Essen und Unterkunft ist bezahlt. Er arbeitet und lebt dort für 2 Euro am Tag. Von den 4000 Rupien gibt er 2000 für Charas aus, dass reicht ihm etwa einen Monat. Er raucht nicht viel, immer mal wieder was in der Bidi oder ein Chillum mit mir. Jedes mal wenn mich mit ihm Unterhalte und von etwas erzähle stahlt er und sagt “Dreams” für mich ist es etwas normales, für ihn etwas unerreichbares. Unsere Unterhaltungen haben mich viel zum Nachdenken gebracht, traurig gemacht und merken lassen in was für einer Selbstverständlichkeit doch leben. Stundenlang saßen wir zusammen und haben Bilder von der Reise angeschaut.











Es war ein bisschen surreal wieder zurück in der Zivilisation zu sein, laut und hektisch. Ich hatte mich so an die Ruhe auf dem Berg gewöhnt. In Jari einem kleine Dorf bin ich ein paar Tag untergekommen, das Paket mit den Ersatzteilen lässt auf sich warten.
Sobald das Auto wieder fit ist geht es auf die höchsten Bergpässe der Welt, mehr davon im nächsten Blog Artikel Jammu und Kaschmir.
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